Da ist der Wurm drin!

Darmparasiten bei Tieren / von Tier-HP Christine Stroop
Darmparasiten sind bei unseren Heimtieren immer wieder ein Thema und häufig werde ich in meiner Praxis darauf angesprochen, wie oft man denn Hund oder Katze entwurmen sollte. Prophylaktische Wurmkuren, ohne Diagnose, sprich ohne Nachweis oder begründeten Verdacht auf Befall, sollten jedoch wohl überlegt werden. In den 80iger Jahren war es üblich einmal pro Jahr eine prophylaktische Wurmkur durchzuführen. Heutzutage wird zu Abständen von 3 Monaten geraten und gelegentlich sogar noch öfter. Abgesehen von den negativen Auswirkungen auf den Darm, hat dies zur Folge dass sich Resistenzen entwickeln können und die Medikamente im Ernstfall oft nicht mehr wirken. Welpen werden heutzutage ab dem 10. Tag in der Regel jede Woche entwurmt. Wie soll sich bei wöchentlicher Abtötung großer Teile der Mikroflora des Darms in Verbindung mit der erheblichen Toxinüberflutung des Stoffwechsels überhaupt ein abwehrkräftiges Immunsystem entwickeln? Zudem führen häufige Wurmkuren zu Magen-Darm-Problemen und können sogar die Leber schädigen.
Die Angst vor den kleinen Parasiten, die sich im Darm so heimisch fühlen, ist sehr groß. Dass Würmer Menschen und Tiere krank machen können, steht allerdings außer Frage.
Jedoch brauchen Parasiten gewisse Voraussetzungen, um in ihrem Wirt überleben zu können. Ein gesundes Immunsystem hat genügend Abwehrmechanismen gegen die verschiedensten Parasiten. Der beste Schutz vor Würmern ist zweifelsohne ein gesundes und intaktes Darmilieu. Wäre das nicht der Fall, wären alle wild lebenden Tiere längst ausgestorben. Hier hilft niemand den Tieren die Plagegeister mit einer Wurmkur los zu werden.
Falsche Haltungsbedingungen, Krankheiten, Stress, aber auch psychische Belastungen können das Immunsystem schwächen und Würmer können (die Betonung liegt hier auf können) sich im Darm ansiedeln. Nicht jede schlechte Haltungsbedingung oder Belastung, z. B. Stress, hat Wurmbefall zur Folge.
Dass man versucht sich davor zu schützen und vorzubeugen ist nur natürlich.
Wichtig ist aber zu wissen, dass man mit einer Wurmkur jedoch keinem Wurmbefall vorbeugen kann, sondern nur vorhandene Würmer und Larven abtötet. Es nutzt also nichts, regelmäßig Wurmkuren zu verabreichen, wenn zu dem Zeitpunkt kein Befall vorliegt, da die Wurmkuren also nur bereits vorhandene Parasiten eliminieren, aber nicht vorbeugend gegen einen Neubefall schützen.
Eine erfolgreich durchgeführte chemische Entwurmung lässt aber nicht nur die Würmer aus dem Darm verschwinden, sondern zerstört auch die Mikroflora des Darms. Dies wiederum lässt den Darm wieder anfälliger für Wurmbefall werden.
Ist ein Wurmbefall diagnostiziert worden, ist es natürlich nötig diesen zu behandeln. Leichter Wurmbefall lässt sich in der Regel gut homöopathisch behandeln und auch das Darmmilieu lässt sich mit dem passenden homöopathischen Mittel in der Regel sehr gut stabilisieren, so dass die Anfälligkeit für Wurmerkrankungen erheblich nachlässt. Manchmal ist es trotzdem nötig chemisch zu entwurmen. Danach sollte aber auf jeden Fall das Darmmilieu, am besten mit dem passenden homöopathischen Mittel, wieder stabilisiert werden. Der Aufbau einer natürlichen Resistenz gegen Endoparasiten wird so verhindert und die Entstehung eines funktionierenden Immunsystems wird erschwert.
Wurmbefall ist bei Welpen und bei erwachsenen Tieren nicht so häufig wie oft angenommen wird.
Vor jeder Wurmkur sollte eine Kotprobe labortechnisch untersucht werden, um sicherzustellen, dass ein Wurmbefall vorliegt. Da nicht jeden Tag und mit jedem Kot Wurmeier ausgeschieden werden, ist es ratsam über zwei bis drei Tage Kot zu sammeln.
Allerdings kann ein Wurmbefall dazu führen, dass Impfungen nicht angehen. Wenn man sich entschließt, sein Tier impfen zu lassen, sollte daher abgeklärt werden, ob Darmparasiten vorhanden sind. Dann muss die Entwurmung ca. 14 Tage vor der Impfung gemacht werden.
Mittlerweile gibt es sogar Hinweise, dass Wurmbefall das Immunsystem stärken kann. Man hat herausgefunden, dass Kinder, die einmal unter Wurmbefall litten, weniger häufig an Allergien erkranken.
Bei Mäusen wurde herausgefunden, dass es, bei gleichzeitigem Wurmbefall, bei einer Helicobacter-Infektion seltener zu Krankheitsymptomen durch Helicobacter kommt.
Laut einer Studie („Cocktail mit Wurmeiern bringt entzündeten Darm zur Ruhe“, Ärzte Zeitung, 4. Februar 2005) versuchte man Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Coliits ulcerose mit Eiern des Schweinepeitschenwurms zu behandeln. Die Erfolgsquote lag bei 80%.
Ein gesundes Immunsystem kann sich nur ausbilden, wenn es sich mit den verschiedensten Erregern auseinandersetzen muss, hierzu gehören insbesondere Mykobakterien und auch Würmer.
Hygiene ist richtig und wichtig, zu viel Hygiene aber kann schaden. Das Immunsystem ist dann unterfordert und spielt verrückt und produziert Allergien und Autoimmunerkrankungen.
In diesem Sinne, wie meine Oma immer sagte: „ Dreck reinigt den Magen“:-)