Homöopathie - ein Heilsystem für "faule" Patienten?

Zur Rolle der aktiven Mitwirkung des Patienten / von HP Patricia Wolf
Wie wunderbar: Homöopathie - Ein Heilsystem, das alles abdeckt. Das ist das Schöne an dieser Heilmethode: hat man irgendwelche Beschwerden, ob akuter oder chronischer Art, geht man zu seinem Homöopathen, macht mit ihm eine ordentliche Anamnese, in der von Kopf bis Fuß alles aufgenommen wird. Selbst Lebensgewohnheiten, Essensgewohnheiten usw. werden aufgenommen und mitberücksichtigt. Dann bekommt man das für sich zugeschnittene Mittelchen, legt sich bequem zurück in seinen Sessel und wird gesund, ohne dass man sonst etwas dazu tun muss...
....HALT! STOPP! Bei dem, was Sie da eben gelesen haben, handelt es sich um ein Märchen, um reine Fiktion. Schön wäre das, man lebte einfach so weiter (Essen, Trinken, Stress - alles bleibt gleich) und die Homöopathie gleicht alles aus...aber so einfach ist es leider nicht!
Samuel Hahnemann, der Entdecker der Homöopathie, schreibt schon, dass viele Erkrankungen von selbst vergehen, wenn man seine Lebensweise verbessert: übermäßigen Stress vermeidet, gesund isst, sich ausreichend bewegt usw. Er schreibt weiterhin, dass ein Arzt ein „Gesundheit-Erhalter“ sein muss, der die störenden und Krankheit erzeugenden Dinge zu entfernen weiß. Nicht nur das heilende „Kügelchen“ befreit also von Beschwerden. Es ist eventuell auch notwendig, etwas an der eigenen Lebensweise zu ändern.

Wenn man von einem Termin zum nächsten hetzt ohne Pausen für sich, dann ist es nur logisch, dass sich irgendwann Krankheiten einstellen. Gönnen Sie sich eine Auszeit! Ob für Sie Yoga und Meditation in Frage kommt oder ob Sie einen Powersport brauchen oder ob es der täglich Spaziergang mit dem Hund ist, der Sie abschalten lässt, ist mehr oder weniger egal. Wichtig ist, dass Sie sich von Ihren sonstigen Belastungen eine Auszeit nehmen, damit ihr Körper und ihr Geist regenerieren können.

Weiterhin muss die Ernährungsweise bedacht werden. Wie ernähren Sie sich? Es gibt viele Krankheiten, die durch eine falsche Ernährungsweise unterstützt werden.
Das heißt nicht, dass man sich nichts mehr gönnen darf. Selbstverständlich darf man auch mal schlemmen und seinen Kaffee genießen – aber alles sollte eben in Maßen sein, die Ernährung sollte im Großen und Ganzen ausgewogen sein, dann verzeiht der Körper auch mal die eine oder andere „Sünde“.

All dies zusammen ist wichtig, wenn man gesund werden möchte bzw. seine Gesundheit erhalten möchte. Dies erfordert natürlich Ehrlichkeit sich selbst und auch seinem Therapeuten gegenüber. Eigenverantwortung ist hier gefragt. Es ist wichtig, Verantwortung für sein Leben, für seine Gesundheit und auch für seine Krankheit zu übernehmen – nur so kann echte Heilung erfolgen!