Miasma auf stand-by?

Vom Aktivieren und „Abschalten“ von Miasmen / von Dr. med. Sybille Freund
Was Miasmen sind, brauche ich in diesem Newsletter vielleicht nicht mehr ausführlich erklären. Nur kurz: erworbene und ererbte Infektionskrankheiten und einige andere Einflüsse können in unserem Organismus Veränderungen hervorrufen, die der Körper nicht mehr aus eigener Kraft normalisieren kann.
Bsp.: Ein Mensch, dessen einer Elternteil Tuberkulose hatte, neigt typischerweise eher zu Lungenerkrankungen.
Dieser Zusammenhang ist gedanklich leicht nachzuvollziehen. Einige Homöopathengenerationen haben viele dieser Zusammenhänge zusammengetragen, so dass daraus ein weiterhin wachsender Erfahrungsschatz bezüglich der Miasmen wurde. Akzeptiert werden heute von allen Homöopathen die drei Grundmiasmen: Psora, Sykosis und Syphilis.
Wer sich in die Materie einarbeitet, erkennt, dass es noch weitere Miasmen geben muss. So z.B. die Pseudopsora, die bei dem oben genannten Beispiel eine Rolle spielt.
Miasmen hat jeder Mensch. Für seinen gesundheitlichen Zustand ist bestimmend, welche Miasmen zu welcher Zeit aktiv sind. Ja, denn auch diese „Komplikation“ gibt es: Miasmen können aktiv oder latent vorhanden sein. Sie können also an- oder auf stand-by geschaltet sein.
Wenn ein Miasma auf stand-by, also latent, ist, verursacht es gerade keine Symptome. Es ist still. Das heißt nicht, dass der Patient beschwerdefrei ist. Es kann nämlich sein, dass ein anderes Miasma aktiv ist. So können sich Miasmen in ihrer Tätigkeit abwechseln oder im schlimmsten Fall gleichzeitig aktiv sein. Das zu beurteilen sollte man dem Therapeuten überlassen.

Als Laie kann man sich allerdings auch ein bisschen Gedanken über diese Thematik machen. Man kann überlegen, wann die aktuellen Beschwerden angefangen haben. Hat alles nach einer Erkrankung angefangen? nach einer Schwangerschaft? nach der Pubertät oder mit dem Klimakterium? nach einer Impfung? nach einer Operation? nach einem psychischen Schock? nach der Unterdrückung irgendwelcher Krankheitssymptome?
Wenn dem so ist, könnte durch eine der genannten Maßnahmen die Aktivierung eines Miasmas stattgefunden haben.
Drehen Sie den Spieß um und tun Sie was für Ihre Gesundheit: Vermeiden Sie möglichst die Dinge, die ein Miasma aktivieren können, etwa:
• wägen Sie ab, ob eine Operation absolut notwendig ist (dies gilt z.B. bei Schönheitsoperationen nicht unbedingt)
• wägen Sie ab, ob eine Impfung wirklich notwendig ist
• achten Sie darauf, dass Sie weder körpereigene Absonderungen (Schweiß, Periode, Ausfluss, Hämorrhoidalblutungen) noch Hauterscheinungen (Warzen, Entzündungen) u.ä. unterdrücken. Im Zweifel: wenden Sie sich an Ihren Therapeuten
Diese aktivierten Miasmen erklären auch, weshalb Frauen häufig seit der Schwangerschaft das ein oder andere Problem haben oder seit dem Klimakterium. Auch die Unterdrückung der Periode kann zur Aktivierung von Miasmen führen, weshalb Hormonspiralen aus unserer Sicht langfristig nicht ungefährlich sind.
Andererseits können aktive Miasmen auch in Latenz gehen. Z.B. nach dem Überstehen einer Kinderkrankheit. Kinderkrankheiten sind geradezu „Reparaturwerkzeuge“ für störende Miasmenaktivität. Man sieht in der Praxis immer wieder Kinder, die sich nach einer überstandenen Kinderkrankheit sehr gut entwickeln. Plötzlich haben sie keine Infekte mehr, können viel besser lernen oder haben weniger Ängste. Hier hat die Natur die seltene Möglichkeit, Miasmen in Latenz zu bringen.
Sie sehen schon, die Bedeutung der Aktivität der Miasmen ist nicht zu unterschätzen. Im Beipackzettel von „Wohlfühl-„ oder „Abnehmglobuli“ steht leider nicht, zu welchem aktiven Miasma sie passen...