Die Sturm- und Drang-Zeit

Adoleszenz und ihre körperlichen Auswirkungen / von HP Frauke Meiser

Der Begriff Adoleszenz leitet sich aus dem lateinischen „adolescere“ ab und bedeutet so viel wie heranwachsen, aufwachsen, bzw. heranreifen, was eben die Adoleszenz-Phase zwischen Pubertät und dem Erwachsenwerden gut und treffend beschreibt.
Diese von Eltern oft gefürchtete und von der Literatur zum Teil verherrlichte „Sturm- und Drangzeit“, ist für den jungen Erwachsenen eine Phase der Entwicklung und der Selbstfindung.
Das Streben nach Freiheit, verbunden mit zunehmendem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ist in dieser Zeit vordergründig. Biologisch sind die jungen Menschen erwachsen, aber emotional und sozial noch nicht komplett ausgereift. Das führt immer wieder gerne zu Spannungen mit sich selbst, aber auch innerhalb der Familie, dem Freundeskreis sowie mit Schul- oder Arbeitskollegen. Abgrenzung, Partner- und Berufswahl sind oft Thema. Wie damit umgegangen wird, hängt unter anderem neben seiner Familienstruktur, dem sozialen Umfeld, den bisherigen Lebenserfahrungen und seiner individuellen Veranlagung (Miasmatik) ab.
Hier bietet die Homöopathie eine gute Möglichkeit die Entwicklung des Adoleszenten (und gegebenenfalls auch seiner Familie) unterstützend zu begleiten. Ein sorgfältig ausgewähltes homöopathische Mittel kann helfen, einen Weg durch das Labyrinth aus Wünschen, Hoffnungen, Ängsten und Sehnsüchten zu finden. Der Heranwachsende kann bei der Suche nach seiner Haltung dem Leben gegenüber unterstützt werden.
Diese innere Haltung drückt sich allzu oft auch in der äußeren, also körperlichen Haltung aus: Beispielsweise ist es schwer mit hängenden Schultern und gebeugter Körperhaltung dem Leben „mit breiter Brust“ entgegenzutreten oder mit einer „krummen“ Wirbelsäule geradlinig zu sein.
Einige Jugendliche „schießen“ in dieser Entwicklungsphase in die Höhe, was häufig Wachstumsschmerzen oder auch Probleme mit den Sehnen und Bändern mit sich bringen kann. Auch hier kann homöopathisch gut begleitet werden.

Trotz aller therapeutischen Möglichkeiten ist aber körperliche Betätigung in Form von Sport sehr wichtig. Neben allen positiven körperlichen Aspekten, gibt es dem Heranwachsenden die Möglichkeit, sich in einem definierten, sicheren Rahmen mit anderen zu messen, sich auszuprobieren und die eigenen Grenzen auszuloten. Aggressionen können dadurch kanalisiert nach außen getragen werden. Die Konfrontation mit der Welt findet in spielerischer Form statt und der Umgang mit Niederlagen kann genauso gelernt werden wie die Freude an selbst erarbeiteten Erfolgserlebnissen.

Ein Wort zum Schluss: Nachdem nun doch recht viel die Rede von Problemen, Beschwerden und Erkrankungen war, sollten wir eines nicht vergessen: Das Erwachsenwerden an sich ist keine Krankheit. Es ist eine ganz normale Entwicklungsphase, die jeder - wie wir alle - durchgemacht haben und die nicht nur kompliziert und anstrengend ist, sondern auch faszinierend.
Die Homöopathie bietet Möglichkeiten diese spannende Zeit, Übergang vom Kind zum Erwachsenen zu begleiten.