Abwehrspieler Baypamun

Die Wirkung von Medikamenten für die Immunabwehr / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Nicht nur die Naturheilkunde, auch die Schulmedizin ist bestrebt die körpereigene Abwehr bei Haus- und Nutztieren zu stimulieren und zu verbessern. Vorbeugend vor Infektionskrankheiten bei gefährdeten Tieren und bei akuter Erkrankung werden häufig sogenannte Paramunitätsinducer eingesetzt. Diese Medikamente werden auch vorbeugend zur Verhinderung stressbedingter Krankheiten befürwortet.
Fast jedem Tierbesitzer ist Baypamun, das seit einiger Zeit in Zylexis umbenannt wurde, bekannt.
Häufig erzählen die Patientenbesitzer in der Praxis bei der Fallaufnahme auch nur, dass ihr Tier bei einer Erkrankung beim Tierarzt eine Spritze für die Immunabwehr bekommen hat.
Bei genauerem Nachfragen stellt sich dann häufig heraus, dass es sich um Baypamun bzw. Zylexis gehandelt hat.
Zu Beginn jeder Infektion reagiert der Körper eines Lebewesens mit einer „Sofort-Abwehr“ und das Immunsystem arbeitet verstärkt um sich zur Wehr zu setzen. Um diesen Vorgang zu verstärken greift die Schulmedizin zu Paramunitätsinducern, wie Zylexis.
Durch Verabreichung von Zylexis soll schnell die körpereigene Abwehr noch gesteigert, die „Sofort-Abwehr“ verstärkt und eine unspezifische Immunität gegen unterschiedliche Erreger entwickelt werden. Ziel ist es auch, dass sich für einige Wochen Antigene bilden, um so vor eventuellen Infektionen zu schützen. Der Einsatz bei neugeborenen Tieren und Mehrfachanwendungen werden im Beipackzettel des Herstellers als unbedenklich empfohlen.
Schaut man sich nun den Inhaltsstoff von Zylexis an, so kann man sehen, dass es sich um inaktivierten Parapoxvirus handelt. Zylexis ist also eine Impfung mit Schafpocken. Hier wird nicht eine bestimmte Krankheit geimpft, sondern unspezifisch versucht, über die Impfung das Immunsystem zu einer vermehrten Tätigkeit zu aktivieren. Diese Tatsache ist den wenigsten Tierhaltern bekannt und bewusst, wenn der Tierarzt eine Spritze für die Immunabwehr gibt.
Für eine homöopathische Behandlung kann dieses Wissen ein wichtiger Anhaltspunkt für eine erfolgreiche Behandlung sein.
In der homöopathischen Fallaufnahme ist häufig um den Zeitpunkt einer Infektion eine Veränderung in der Patientengeschichte zu sehen. Häufig ist von den Besitzern zu hören „Seit der Infektion XYZ hat mein Tier ...“. Manchmal bekam ein Tier dann vom Tierarzt Zylexis, manchmal auch nicht. Ob die Ursache nun die Infektion oder die Impfung mit Zylexis war, lässt sich zu Beginn der Behandlung oft nicht mehr nachvollziehen.
Miasmatisch gesehen sind die Folgen einer Behandlung mit Paramunitätsinducern der Vakzinose zuzuordnen. Diese kann wie bei einer Impfung erworben oder ererbt sein.
Interessant ist es auch, das die Landesärztekammer Hessen auf ihrer Webseite in einer Veröffentlichung vor einer missbräuchlichen Verwendung des veterinärmedizinischen Impfstoffes Baypamun bei Menschen warnt: "Der Nutzen von Baypamun für den Menschen ist wissenschaftlich nicht begründet, über mögliche schädigende Wirkungen liegen Berichte vor" sowie "die Anwendung am Menschen ist riskant" und "verbietet sich strikt". Hier möge sich der Leser seine eigene Meinung bilden.