Guten Morgen, liebe Sorgen!

Kummer, Krankheit und Homöopathie / von HP Patricia Wolf
Ein plötzlicher Schreck, Kummer oder sorgenvolle Situationen – sie alle können uns gehörig auf den Magen schlagen oder in irgendeiner Weise beeinträchtigen. Manche sage, da muss man durch, das gehört zum Leben und das geht schon vorbei. Doch der eine Mensch trägt solche Lebensabschnitte mit Fassung und ohne irgendwelche massiveren Beeinträchtigungen. Der andere aber leidet richtig. Nicht nur Traurigkeit z.B. tritt auf, sondern es gesellen sich körperliche Beschwerden hinzu, die sehr vielfältig sein können: Magenbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit usw., je nach Veranlagung des Einzelnen.
Und genau diese Veranlagung in uns ist es, die bestimmt, wie wir auf außergewöhnliche Situationen reagieren und wie wir sie verkraften. Diese Veranlagung – homöopathisch nennt man sie die miasmatische Belastung – ist dafür verantwortlich, ob wir eine schlechte Nachricht gut wegstecken können oder mit Magenschmerzen reagieren, ob wir den Liebeskummer relativ schnell verarbeitet haben oder noch jahrelang nachtrauern und Herzschmerzen davon bekommen.

Homöopathische Mittel – wie Aconitum, Ignatia, Natrium muriaticum, Acidum phosphoricum, um nur einige zu nennen – können im Akutfall helfen, die Beschwerden, die durch Kummer, Schreck oder Sorgen entstanden sind, zu lindern. Sie helfen, die Situation leichter verarbeiten zu können und die körperlichen Beschwerden, die dadurch entstehen können, zu lindern. Der Kummer, die Sorgen usw. werden dadurch nicht unterdrückt; es wird dem Menschen aber geholfen, besser damit umgehen zu können – es wird ihm Kraft gegeben, das ganze besser durch zu stehen und keine körperlichen Krankheiten dadurch zu entwickeln.
Davon abzugrenzen sind echte psychische Erkrankungen, die von „innen“ kommen, wie etwa Depressionen, Angstzustände, Psychosen usw. Bei diesen Leiden ist es aber in der Regel so, dass die körperlichen Beschwerden in den Hintergrund treten und die Krankheit im geistigen Bereich immer stärker wird. Um solche Erkrankungen zu heilen, reichen „kleine“ Mittel wie Aconitum oder Ignatia nicht aus. Sie können im Akutfall den Zustand lindern, aber zur Heilung benötigt man tief greifende Mittel, die einen Einfluss auf das zu Grunde liegende Miasma haben. Denn diese Zustände werden durch die miasmatische Belastung des Erkrankten verursacht und nicht durch äußere Einwirkungen.
Beide Arten von Gemütsstörungen gehören in die Hände eines erfahrenen Homöopathen, der die Wirkungstiefe einer homöopathischen Arznei sowie die Reaktion des Patienten darauf richtig abschätzen und entsprechend darauf reagieren kann.
Die Homöopathie bietet in beiden Fällen eine wunderbare, sanfte Hilfe, um einerseits schwere psychische Erkrankungen heilen zu können und auf der anderen Seite Stärke und Kraft zu geben, um außergewöhnliche Situationen, die von außen auf uns treffen, entsprechend zu verarbeiten und daran wachsen zu können.
Auf keinen Fall „muss man da irgendwie durch“!