Tierischer Kindergarten!

Wann und wie Kinderkrankheiten bei Tieren auftreten / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Die meisten unserer Haustiere haben eine wesentlich kürzere Lebenszeit als wir Menschen. Die Lebenserwartung ist in menschlicher Obhut in der Regel etwas höher als in freier Wildbahn. So haben Hunde, je nach Rasse und Größe, heute eine Lebenserwartung zwischen 10 - 12 Jahren. Kleine Rassen werden häufig noch älter. Katzen werden im Mittel so um die 15 Jahre alt. Kleine Nager wie Meerschweinchen nur ca. 6-8 Jahre, Hamster und Mäuse sogar nur 3-5 Jahre. So ist es nicht verwunderlich, dass die Entwicklungszyklen natürlich kürzer sind als bei uns Menschen. Die Welpenzeit, mit unserer Säuglingszeit vergleichbar, dauert nur wenige Wochen. Die Jungtierzeit, ähnlich der Kleinkinderzeit, nur wenige Monate.
Eine Katze wird z.B., je nach Rasse, zwischen dem fünften und achten Lebensmonat geschlechtsreif und fortpflanzungsfähig. Die körperliche Entwicklung und geistige Reife ist erst einige Monate später abgeschlossen. Die Katze ist mit 8 Monaten also mit einem Teenager vergleichbar.
Ein Hund mit 3 Jahren ist nicht mehr mit einem Kleinkind vergleichbar, sondern ein körperlich ausgewachsenes Tier mit voll entwickelter sozialer und geistiger Reife.
Aber es gibt auch Extreme im Tierreich. Eine der kürzesten Lebenszeiten besitzt, wie der Name schon sagt, die Eintagsfliege. Sie wird in der Regel wenige Minuten bis maximal einen Tag alt. Ein Elefant kann 85 Jahre alt werden. Ein Pottwal über 200 Jahre. Klar, das die Eintagsfliege im Alter von 20 Stunden ein „Greis“ ist und der Elefant mit 10 Jahren ein Jungtier. Übrigens kann eine Kuh, wenn man sie lässt, weit über 20 Jahre alt werden.
So sind die Zeiten unterschiedlich lang oder kurz, in denen „Kinderkrankheiten“ auftreten können. Infektionen im Sinne von Masern, Mumps und Windpocken gibt es bei Tieren in dieser Form nicht.
Es gibt jedoch einige Infektionskrankheiten, die bevorzugt Jungtiere befallen. Beim jungen Hund sind es meist Pavovirose und Staupe. Bei Pferden ist die Druse eine Erkrankung, die in der Regel junge Tiere befällt und als Kinderkrankheit aller Equiden angesehen wird.
Eine Viruserkrankung, die bevorzugt junge Katzen befällt, ist die Katzenseuche. Das Virus ist verwandt, jedoch nicht identisch, mit dem Parvoviroseerreger des Hundes.
Ob diese „Kinderkrankheiten“ der Tiere miasmatisch gesehen einen ähnlichen Zweck erfüllen, wie die Kinderkrankheiten der Menschen ist nicht ausreichend dokumentiert. Hier besteht Forschungsbedarf.
Wir haben es bei jungen Tieren aber nicht nur mit Infektionskrankheiten zu tun. Auch die ganz normale Entwicklung kann Probleme verursachen und zu verschiedenen Symptomen und Krankheitszeichen führen.
Die Zahnungsphase kann zu Beschwerden führen. Je nach Tierart kann es in dieser Phase (die Eintagsfliege zahnt selbstverständlich nicht :-)) zu recht typischen Erkrankungen, die teilweise auch von Menschenkindern bekannt sind, kommen. Die Tiere fressen nicht gut, sind „quengelig“, haben Zahnschmerzen und es kann zu Durchfällen kommen. Durchfallerkrankungen sind allerdings nicht nur in der Zahnungsphase bei Jungtieren ein Thema. Viele Jungtiere kauen auf allem herum, was sie finden und fressen die unmöglichsten Dinge.
Speziell Hunde haben in der Zahnungsphase ein großes Kaubedürfnis und sollten ausreichend Kauartikel zur Verfügung haben. Stehen nicht ausreichend Kauspielzeuge und Kauknochen zur Verfügung kommt es in dieser Phase häufig vor, dass die Tiere ihren Kautrieb an den Möbeln befriedigen. Bei Nagern z.B. wachsen die Nagezähne kontinuierlich. Beim Kaninchen innerhalb von 24 Stunden erstaunliche 0,3 bis 0,5 mm. Entsprechend normal ist ein ausgeprägter Nagetrieb, ein ganzes Leben lang. In der Natur schleifen sich die Nagezähne durch den natürlichen Gebrauch ab. In unserer Obhut müssen wir den Tieren entsprechendes Futter und auch Holz und Naturmaterialien anbieten, um diesen Trieb zu befriedigen.
Wie sollte es anders sein: auch in dieser Lebensphase eines Tieres kann die Homöopathie viel Gutes tun und einen großen Schritt Richtung Gesundheit bedeuten.