Wunderwaffe Antibiotikum?

Die schwierige Realität der Bekämpfung von Zecken-Infektionskrankheiten / von Dr. med. Sybille Freund

Angenommen, Sie waren beim Arzt, weil Sie einen Zeckenbiss hatten und jetzt einen rötlichen Ring um die Bissstelle fanden. Der Arzt diagnostizierte eine Borreliose und empfahl, Antibiotika zu nehmen. Ihr Homöopath sagt Ihnen aber, dass Antibiotika sehr schädlich sind und unterdrückend wirken. Was tun?
Zuerst einmal ist es mir wichtig zu sagen, dass eine einmalige Antibiotikagabe nicht gleich bedeutet, dass Sie damit einen Fehler machen, der nie wieder gut zu machen sein wird. Ein Antibiotikum kann dem Körper im besten Fall helfen, mit einer akuten Krankheit fertig zu werden. Es tötet die Erreger und nimmt dem Organismus somit eine Anstrengung ab. Auf der anderen Seite belastet das Antibiotikum verschiedene Organe, wie z.B. Leber, Darm und Magen und nicht zu vergessen die Mitochondrien. Sie sind die Kraftwerke der Zelle und stellen dem Körper Energie zur Verfügung. In jeder Zelle gibt es etwa 1000 bis 1200 Mitochondrien. Woher kommen diese Zellbestandteile? Ursprünglich waren Mitochondrien urzeitliche Bakterien, die in Einzeller einwanderten und eine Lebensgemeinschaft gründeten. Daraus entwickelten sich die Mehrzeller und somit auch wir. Das bedeutet, dass jeder Mensch u.a. aus Bakterien besteht. Diese Bakterien werden durch Antibiotika angegriffen und haben sogar noch Strategien sich zu wehren, was wiederum dem Körper schadet.
Ein weiterer Nachteil der Antibiotika-Gabe kann sein, dass die Beschwerden nicht wirklich ausheilen, sondern eine Entzündung nur unterdrückt wird. Das bedeutet, dass die aktuellen Beschwerden nicht mehr sichtbar sind, sich aber in anderer Form äußern. So kann eine Blasenentzündung nach Antibiotikagabe verschwinden, dafür können dann aber Gelenkbeschwerden entstehen. Unterdrückungen sind allerdings bemerkbar, wenn man genau hinsieht. Eine Antibiotikagabe kann zu einer Unterdrückung führen, man wird in diesem Fall aber andere Beschwerden finden. Hat sich keine Unterdrückung eingestellt, wird das Antibiotikum in diesem Fall wahrscheinlich auch keine negativen Folgen haben.
Leider weiß man vor einer Antibiotikagabe nicht, wie der Patient reagiert. Es kann zu einer Unterdrückung kommen oder nicht. In jedem Fall sollte man abwägen, ob das Antibiotikum nötig ist oder nicht.
Wie soll man nun in besagtem Fall reagieren? Eine Möglichkeit ist, das Antibiotikum zu nehmen, zu hoffen, dass man gut darauf reagiert und die Borreliose zusätzlich homöopathisch zu behandeln. Denn der Grund, weshalb man überhaupt eine Borreliose bekommt, liegt nicht in den Bakterien. Der Patient hat auch immer eine Bereitschaft zu dieser Erkrankung. Diese Bereitschaft resultiert aus der Vererbung oder entwickelt sich im Laufe des Lebens durch verschiedene Einflüsse. Solche tieferliegenden Ursachen kann ein Antibiotikum nicht heilen.
Es gibt übrigens Borreliose-Fälle, die rein homöopathisch geheilt wurden und es gibt Borreliosen, die trotz antibiotischer Behandlung nicht ausheilten. Man sieht also: die Borreliose macht uns die Entscheidung nicht leicht.
Deshalb sollten Sie immer das persönliche Gespräch mit Ihrem Therapeuten suchen und dann entscheiden, wie Sie reagieren.