Homöopathie geht auf's Ganze

Warum Homöopathie eine ganzheitliche Medizin ist / von Heilpraktikerin Patricia Wolf
Die klassische Homöopathie betrachtet sich als ganzheitliche Therapie und dies hat auch seinen Grund. Im letzten Newsletter war unser Thema, wie wichtig eine korrekte Diagnose der Krankheit ist, um das richtige homöopathische Mittel auszuwählen. Denn: zwei Krankheiten können die gleichen Symptome hervor bringen, aber es können unterschiedliche Organbeschwerden dahinter stecken und somit auch unterschiedliche homöopathische Arzneien sinnvoll sein.
Neben der richtigen klinischen Diagnose ist es aber auch wichtig, den Hintergrund, die Wurzel der Krankheit zur erkennen, um das richtige Mittel zu verordnen. Hinter allen Krankheiten steckt ein Auslöser, eine bestimmte Schwäche, die dafür verantwortlich ist, dass man diese oder jene Krankheit bekommt – das Miasma.
Der Begriff stammt von Hahnemann, dem Entdecker der Homöopathie. Er teilte die Erkrankungen in akute und chronische Krankheiten ein. Akute Krankheiten sind Krankheiten, gegen die sich ein Organismus selbst zur Wehr setzen kann (wie z.B. fieberhafte Infekte, Infektionskrankheiten usw.). Eine chronische Krankheit im Sinne der Homöopathie (chronisch hat hier nichts damit zu tun, wie lange eine Krankheit schon besteht) ist eine Krankheit, gegen die der Organismus nichts auszurichten weiß – außer, sie an möglichst unwichtige Stellen zu treiben (wie z.B. an die Haut mit Hautausschlägen oder an die Schleimhäute mit Katarrhen). Hahnemann stellte fest, dass diesen chronischen Krankheiten drei Grundkrankheiten – oder wie er sie nannte Miasmen – zugrunde liegen: die Psora, die Syphilis und die Sykose. Alle Krankheiten, die ein Organismus bekommen kann, ob akut oder chronisch, ob körperlich oder psychisch, hat als Ursache eines dieser Miasmen oder eine Kombination aus diesen. Diese Miasmen können ererbt werden oder sie können über Ansteckung erworben werden.

Neben der richtigen klinischen Diagnose haben wir mit den Miasmen also einen weiteren wichtigen Punkt, der bekannt sein muss, um das richtige Mittel auszuwählen. Daher sind bei einer Anamnese (Fallaufnahme) nicht nur die aktuellen Symptome und Beschwerden wichtig. Weiterhin muss der Krankheitslebenslauf besprochen werden, um heraus zu finden, ob irgendwann ein solches Miasma erworben wurde, sowie die familiäre Belastung des Patienten, um die ererbte Miasmatik in Erfahrung zu bringen. Denn diese Miasmen, ob erworben oder ererbt, sind die Wurzeln der Erkrankung, weswegen der Patient heute in die Praxis kommt. Und da nicht jedes homöopathische Arzneimittel auf jedes Miasma wirkt, manche sogar gar keine antimiasmatische Kraft besitzen, muss das Miasma für die Mittelwahl bekannt sein.
Neben einer gründlichen Aufnahme der aktuellen Situation eines Patienten, d.h. seine gesamte körperliche und psychische Verfassung, sowie der richtigen Diagnose seiner Beschwerden, ist es genauso wichtig, die Krankenbiographie und erbliche Belastung zu kennen, um das richtige homöopathische Mittel zu verordnen.