Sag mir was du fütterst...

Moderne Zeiten auch beim Tierfutter / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Ausgewogene vernünftige Ernährung ist für ein gesundes Leben wichtig, das weiß heute jedes Kind. Bei unseren tierischen Lieblingen sieht es damit nicht anders aus. Eine optimale Ernährung alleine garantiert allerdings nicht automatisch ein Leben lang Gesundheit. Gesunde Ernährung ist nur ein Faktor, der bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielt. Was also dem Haustier füttern?
Fertignahrung und Convenience Food – die sogenannte Bequemkost haben schon lange Einzug in den Alltag des Menschen gehalten. Und wie der Lauf der Dinge nun mal so ist, kann ja, was für den Menschen bequem ist und schmeckt, für dessen Liebling nicht schlecht sein. Diese Lebensmittel sind von Lebensmitteltechnikern und Lebensmittelchemikern entwickelt und laut Aufdruck auf der Verpackung optimal abgestimmt und enthalten alles, was das Tierchen braucht. Leider wird dies meist durch Lebensmittelzusatzstoffe erreicht, was auch erklärt warum man in der Nahrungsmittelindustrie Techniker und Chemiker braucht.
Antioxidationsmittel, Emulgatoren, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Aromen um minderwertige Inhaltsstoffe so aufzubereiten, dass die Tiere sie auffressen. Konservierungsmittel, Säureregulatoren, Schaumverhüter, Stabilisatoren und viele andere Zusätze sollen Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit optimieren. Die größte Gefahr geht heute weniger von falscher oder schlechter Ernährung aus, sondern von den vielen Zusatzstoffen in den Lebensmittel, die durchaus einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben können. Von Allergien über Kopfschmerzen und Übelkeit, Nierenschäden bis hin zu Erbgutveränderungen und Krebs sind verschieden Erkrankungen durch diese Zusätze bekannt.
Da viele Verbraucher mittlerweile beim Kauf von Fertigprodukten auf gesündere Ware achten hat sich ein neuer Trend, der nicht weniger bedenklich ist, entwickelt: „Functional Food“ - Nahrung mit gesundheitlichem Zusatznutzen. Bei der Menschennahrung sehr erfolgreich, findet es sich nun auch in der Tierfuttermittelindustrie. Futter für jedes Alter, angepasst an jedes Bewegungsbedürfnis, Futter mit Kräutern und Gewürzen, um Haut, Haar oder Gelenke gesund zu erhalten usw.
Die Gefahr liegt hier klar auf der Hand. Erkrankungen durch Hypervitaminosen (zuviel Vitamine) oder ungewollte Arzneimittelprüfungen (siehe Newsletter 14, September 2007) durch die ständige Fütterung von Heilkräutern und anderen arzneilich wirkenden Zusätzen.
Was ist aber nun eine gesunde Ernährung unserer Haustiere? Da hilft uns ein Blick in die Natur. Was fressen die wildlebenden Verwandten unserer Haustiere? Das Futter, das die Natur für die jeweilige Tierart vorsieht, ist das gesündeste. Darauf ist der Organismus ausgelegt.
Viele Tierbesitzer gehen mittlerweile dazu über die Nahrung für ihr Tier selbst zuzubereiten. Dies hat den Vorteil, dass man genau weiß, was in den Futternapf kommt. Wer es noch natürlicher mag, der „barft“.
B. a. r. f. ist biologisch artgerechtes Futter und wird roh gefüttert. Frisches Fleisch, roher grüner Pansen - eine ganz wertvolle Nahrung für Fleischfresser. Knochen für die optimale Zufuhr von Mineralien, zur Regulierung der Verdauung und zur Zahnpflege.
Die meisten Bücher zum Thema Ernährung stellen das „Selber machen“ oder Barfen als höchstkompliziert dar. Da muss das Verhältnis der Vitamine und Mineralstoffe genau stimmen, deren Mengenverhältnisse genau berechnet werden, sonst - so wird gewarnt - kann es zu Vitamin- und Mineralstoffmangel kommen. Die Gefahr von Mangelerscheinungen durch die Ernährung ist allerdings in der heutigen Zeit so gut wie gar nicht mehr gegeben. Im Gegenteil. Es können durch Gabe von zu viel Vitaminen und Mineralstoffen gerade erst Krankheiten entstehen. Zerbrechliche Knochen und Haarausfall durch zu viel Vitamin A, Knochenschwäche durch Vitamin K, Entwicklungsstörungen des Skeletts durch Kalzium, Schilddrüsenerkrankungen durch Vitamin E, begünstigte Steinbildung durch Vitamin D - um einige Beispiele zu nennen.
Normale Nahrung enthält alle Nährstoffe und es ist absolut unnötig Vitamine und Mineralstoffe künstlich zuzusetzen.
Selbst gemachtes Futter aus hochwertigen Zutaten ist gesünder und kostet auch viel weniger als Industriefutter. Nur hört dies die Futtermittelindustrie nicht gerne.
Wenn Sie das nächste Mal einkaufen gehen und die vielen bunten Packungen im Regal sehen, denken Sie daran: die sind für den Menschen gemacht, der geht einkaufen und zahlt an der Kasse. Katzen würden Mäuse kaufen.




Tierheilpraktikerin Christine Stroop ist Mitglied des Vorstands der DGMH und regelmäßige Autorin für den Newsletter.