Aspartam – ein Süßstoff mit bitteren Folgen?

Verdachtsmomente gegen den Zuckerersatz / von Dr. med. Sybille Freund
Wir treiben Sport, wir machen Wellness, meiden die Sonne und wissen neuerdings auch, dass der Bauchumfang aussagen soll, ob jemand irgendwann Diabetes oder einen Herzinfarkt bekommt. Wir sind sehr gesundheitsbewusst. Da wir nicht am Herzinfarkt sterben oder unter Diabetes leiden wollen, reduzieren wir Kalorien. Aber es soll doch lecker süß sein!
Also greifen wir zu Zuckerersatzstoffen. Einer von ihnen heißt Aspartam. Er wird seit einigen Jahren u.a. in Getränken eingesetzt. Aber der Süßstoff scheint einen bitteren Nachgeschmack zu besitzen: seit langem schon kursieren Berichte, dass mit dem Einsatz von Aspartam häufiger Gliome (Hirntumore), Nierentumore und andere Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel auftraten.
In der kritischen Fachpresse findet man widersprüchliche Aussagen. So schreibt das arzneimittel-telegramm[1] 1997 (at 1/1997): „...Bereits im Tierversuch fiel Aspartam auf: Unter Fütterung mit dem Süßstoff entwickeln 12 (4%) von 320 Ratten dosisabhängig maligne Hirntumoren (überwiegend Gliome), jedoch keines der Kontrolltiere.“ Im Jahr 2006 schreibt die gleiche Zeitschrift (at 1/2006): „...Befürchtungen, dass der Zuckerersatzstoff Aspartam krebserregend sein könnte, wurden nach Tierversuchen laut, in denen eine Häufung von Hirntumoren bei Ratten auffiel. Eine epidemiologische Erhebung beschreibt zudem eine Korrelation zwischen Markteinführung von Aspartam und erhöhter Rate von Hirntumoren in der Bevölkerung (a-t 1997; Nr. 1: 1). Ein kausaler Zusammenhang ist durch Korrelationsdaten jedoch nicht belegbar.“ Das heißt: Ein Zusammenhang ist nicht bewiesen, aber möglich. Generell sind lückenlose kausale Zusammenhänge in diesen Fragen kaum herzustellen (zu viele Faktoren beeinflussen die beobachteten Veränderungen).
In meiner Praxis sind mir jedoch schon zwei Patienten begegnet, bei denen ein möglicher Zusammenhang zwischen Aspartam und der Bildung von Hirntumoren auffällt:
• ein Patient, der homöopathisch behandelt werden wollte hatte einen Hirntumor. Ich fragte ihn, ob er viel Cola light oder ähnliche Lebensmittel konsumiere, die Aspartam enthalten. Er sagte, er hätte Cola light kistenweise im Haus, weil er es dauernd trinke.
• eine Mutter kam kürzlich mit ihrem Kind in meine Praxis, das in erster Linie wegen wiederkehrender Bronchitis vorgestellt wurde. Eher nebenbei stellte sich heraus, dass es mit einem Gliom (Hirtumor) zur Welt kam. Sofort schoss mir die Frage nach Aspartam durch den Kopf und die Mutter bestätigte meine Vermutung, dass sie in der Schwangerschaft Cola light getrunken hätte. (Mittlerweile habe ich festgestellt, dass es mehrere Therapeuten gibt, die diesen Zusammenhang beobachtet haben.)
Diese beiden Fälle beweisen nichts, aber sie gemahnen zur Vorsicht im Umgang mit Lebensmitteln. Wenn wir schlank und fit sein wollen, sollten wir Sport treiben, viel schlafen und uns gesund ernähren. Nehmen Sie möglichst Nahrungsmittel zu sich, die frei von Zusätzen und Schadstoffen sind, meiden Sie Fertiggerichte mit Geschmacksverstärkern, Süßungsmitteln, Konservierungsstoffen etc, süßen Sie mit natürlichen Stoffen wie Ahornsirup, Honig oder – wenn es denn sein muss – mit Zucker. Und vor allem: werfen Sie immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Lebensmittel und informieren Sie sich. Kritische Verbraucher sind gesunde Verbraucher!

[1] Das arzneimittel-telegramm ist eine Pharma-unabhängiger, werbefreier Informationsdienst, der direkt von interessierten Therapeuten finanziert wird.