Das geht runter wie Öl!

Über ein vergessenes Hausmittel / von Dr. med. Sybille Freund
Nein, runter soll das Öl nicht – eher raus!
Wovon ich hier schreibe? Ich arbeite normalerweise mit homöopathischen Arzneien, mit Globuli oder Tropfen. Wenn meine Patienten sich dann aber irgendwann gut fühlen und keine Arzneien mehr brauchen, was tue ich dann?
Sie einfach in die gefährliche, krankmachende Umwelt entlassen? Um ehrlich zu sein: als Therapeut neigt man dazu, sich darüber zu freuen, dass es dem Patienten besser geht und dass die Therapie funktioniert. Da kann es schon sein, dass man den „Fall“ dann zufrieden ad acta legt. Dies sollte allerdings nicht den beruflichen Ansprüchen des Therapeuten genügen. Der Therapeut sollte seinem Patienten möglichst auch Rüstzeug für gesunde Tage geben und so ein Gesundheitssystem etablieren. Glücklicherweise sind schon viele Therapeuten an solchen gesundheitserhaltenden Maßnahmen interessiert und die Patienten danken es ihnen. Manche Menschen begeben sich zu diesem Zweck in teure Wellnessparadiese, kaufen teure Präparate, andere wiederum können sich das nicht leisten und denken, Gesundheit ist ein teures Gut, das für sie nicht erreichbar ist. Nun gibt es allerdings verschiedene Möglichkeiten, etwas für seine Gesundheit zu tun, ohne dass man dabei arm wird. Zum Beispiel „Ölziehen“! Das Ölziehen wurde schon seit langer Zeit in Russland praktiziert und hier Mitte der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts von dem russischen Wissenschaftler Dr. Fedor Karach eingeführt. Er war der Meinung, man könne sich durch das Ölziehen von Giftstoffe befreien und sehr alt werden. Es soll vielerlei Beschwerden lindern, wie etwa: Kopfschmerzen, Bronchitis, Lungen- und Leberleiden, Arthrose, Zahnschmerzen, Hautentzündungen, Heuschnupfen, Magengeschwüre oder Herz- und Nierenerkrankungen. Ob es das tut, ist mir nicht mit Sicherheit bekannt. Es wird allerdings immer wieder berichtet, dass das Öl den Zustand des Zahnfleisches verbessert und Zahnstein vermindert. Offenbar hat Öl eine sehr pflegende Wirkung. Dadurch, dass es ein Nahrungsmittel ist, wirkt es – in der weiter unten beschriebenen Form angewandt – auch nicht unterdrückend und man kann es problemlos auch während einer homöopathischen Therapie anwenden. Besonders gelobt wird kaltgepresstes Sesamöl – am besten in Bioqualität. Und nun zum Prozedere: Morgens nimmt man einen Esslöffel Öl in den Mund und bewegt es 10-15 Minuten im Mund. Danach muss es raus! Das Öl darf nicht geschluckt werden, sondern muss ausgespuckt werden. Danach kann man den Mund noch mit Essig ausspülen, wenn man möchte, und dann Zähne putzen.
Übrigens: wenn man alle Familienmitglieder dazu bringt, morgens Öl zu ziehen, tut man möglicherweise auch was für die soziale Hygiene, denn: Streitereien sind in diesem Moment nur noch per Pantomime möglich!
Falls Sie Erfahrungen mit dem Ölziehen haben, können Sie uns gerne eine e-mail schicken. Wir freuen uns über Ihr Feedback!