Homöopathische Arzneien bei Erkältungen

Wie behandelt man Erkältungen homöopathisch?
Wenn Sie jetzt erwarten, dass wir Ihnen das Mittel für Husten, das Mittel für Fieber oder das Mittel für einen Nebenhöhlenentzündung nennen, müssen wir Sie leider enttäuschen. Denn:
So individuell und verschieden wir Menschen sind, so individuell und verschieden sind auch unsere Erkältungen. Da die Homöopathie eine Heilkunde ist, die gerade auf diese Individualität und Verschiedenheit Rücksicht nimmt, ist es nicht möglich ein homöopathisches Allheilmittel zu nennen. Bei dem einen Husten kann Drosera das richtige Mittel sein, der nächste Patient braucht Sanguinaria oder vielleicht Rhus toxicodendron.
Oft ist es aber so, dass ein Mensch bei verschiedenen Erkältungen das gleiche Mittel benötigt. Sie werden es selbst kennen, dass sich Erkältungskrankheiten bei Ihnen immer wieder mit den gleichen Symptomen äußern.
Wenn man dann also endlich sein Mittel gefunden hat, dann wird das Mittel bei der nächsten Erkältungen mit den gleichen Symptomen in der Regel wieder helfen.
Häufig kommt auch der Einwand: „Ich muss aber schnell wieder gesund werden (wegen der Arbeit, Kinder etc.) und bei der Homöopathie braucht man ja Zeit.“ Zum ersten sei hier auf den Artikel von Dr. Sybille Freund verweisen und zum zweiten muss ich diesem Argument vehement widersprechen. Mit dem passenden homöopathischen Mittel dauert die Heilung einer akuten Erkrankung auf keine Fall länger als bei einem schulmedizinischen Mittel – oft geht es sogar schneller.
Doch wie findet man das richtige Mittel?
Ein genaues Abgleichen aller Symptome, die Sie während Ihrer Erkältung haben mit den Symptomen, die im Arzneimittelbild eines Homöopathikums stehen, ist notwendig. Dazu braucht es aber ein bisschen Übung und die richtige Literatur.
Um die richtige Übung zu bekommen, bieten viele Homöopathen Homöopathie-Kurse für Einsteiger an. Dort lernt man, die richtige Dosierung der Arzneien, die richtige Potenzwahl und natürlich vor allem die wichtigsten in Frage kommenden Mittel zu unterscheiden. Diese Kurse finden oftmals an Volkshochschulen, bei der Arbeiterwohlfahrt oder anderen Organisationen statt. Oder wenn Sie bereits einen Homöopathen haben, fragen Sie ihn oder sie einfach danach.
In jedem Fall sollten sich Patienten, die in homöopathischer Langzeitbehandlung sind, höchstens in Notfällen selbst behandeln, weil Infektionen oder andere Störungen hier einen besonderen Stellenwert haben können. Auf diesen Sachverhalt geht auch die Broschüre ein, die die DGMH in naher Zukunft anbieten wird. Sie soll Patienten helfen, sich bei Erkältungskrankheiten selbst zu helfen, falls kein Therapeut zu erreichen ist oder sie sich nicht in einer langfristigen Behandlung befinden.