Unerfüllter Kinderwunsch

Unfruchtbarkeit aus homöopathischer Sicht / von Dr. med. Sybille Freund
Die meisten Frauen möchten gerne Kinder haben. Können sie keine bekommen, leiden sie darunter, dass dieser Wunsch unerfüllt bleibt und sie leiden unter dem Druck der Gesellschaft, von der sie häufig als egoistisch und karrierefixiert eingeschätzt werden. Kinderlosigkeit führt durch diese Faktoren zu einem enormen Leidensdruck. Schulmediziner versuchen diesem Leidensdruck entgegen zu wirken, indem sie Hormone verordnen oder versuchen, eine künstliche Befruchtung des Eis herbeizuführen.
Ist das sinnvoll?
In der homöopathischen Praxis sieht man immer wieder, dass es bestimmte Ursachen für Unfruchtbarkeit gibt. Häufig findet man bei der Anamnese (näheres
hierzu in der Rubrik „für Laien“) Gründe dafür, dass Frauen nicht schwanger werden können. Man kann sich dann vorstellen, dass der Körper aus gutem Grund keine Schwangerschaft akzeptiert. Die Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht. Wird bei diesen Frauen eine künstliche Befruchtung durchgeführt, kann das dazu führen, dass die so gezeugten Kinder anfälliger für Infektionen sind oder andere Probleme haben.
Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen:
Eine Mutter sprach mich an, dass ihr 2-jähriges Kind immer wieder Lungenentzündungen hätte. Ich nahm die Anamnese auf und stellte u.a. fest, dass es beim Vater wie auch bei der Mutter in der Familie Tuberkulose gab. Diese Tuberkulose hatte im Erbgut der Eltern ihre Spuren hinterlassen, was in diesem Fall zur Folge hatte, dass die Mutter nicht ohne Zutun schwanger wurde. Durch eine künstliche Befruchtung wurde das Kind gezeugt und mit Hormonen „gehalten“. Es folgte eine normale Geburt. Dann aber war es immer wieder krank. Aufgrund dieser Anamnese bekam das Kind eine homöopathische Arznei. Danach hatte es keine Lungenentzündungen mehr. Dieser Fall zeigt, dass einerseits bestimmte erbliche Faktoren eine Schwangerschaft verhindern können, dass man andererseits homöopathisch Möglichkeiten hat, diese Probleme der vorherigen Generationen anzugehen. Die Mutter hätte wahrscheinlich durch eine homöopathische Behandlung auf eine künstliche Befruchtung verzichten können.
Der andere Fall zeigt, dass auch erworbene Erkrankungen eine Schwangerschaft verhindern können und dass auch hier die Homöopathie ihre Möglichkeiten hat: Eine Patientin kam zu mir, weil sie nicht schwanger werden konnte und schon einige Therapieversuche beim Gynäkologen hinter sichhatte, die erfolglos waren. Ich nahm die Anamnese auf und stellte fest, dass die Patientin vor Jahren Kondylome im Genitalbereich hatte. Kondylome sind Warzen, die sich meist in Gruppen am After oder an den Genitalien bilden. Sie werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Bei der Patientin wur-
den die Kondylome chirugisch entfernt. Danach bekam sie Nierenkoliken, Blasenentzündungen und Pilzinfektionen. Alle Erkrankungen wurden mit Antibiotika oder Salben unterdrückt (siehe Newsletter 6). Als ich sie untersuchte, zeigte mir zudem eine Dornwarze am Fuß an, dass in ihrem Organismus etwas nicht richtig lief. Sie bekam eine homöopathische Arznei. Einige Wochen später entwickelte sie Zwischenblutungen (erste Zeichen der Hormonumstellung) und kurze Zeit später einen Schnupfen, der sehr lange anhielt. Der Schnupfen war sehr lästig, weil sie längere Zeit ausfiel, aber sie hielt durch. Kurze Zeit später wurde sie schwanger und bekam ein gesundes Mädchen.
Wichtig an diesem Fall war, dass die Patientin die Schnupfenzeit ohne Antibiose durchhielt. Der Organsimus hatte durch die Schnupfenabsonderungen ein Ventil gefunden, durch das er sich von dem Miasma der Sykose erleichtern konnte. Jetzt war die Frau bereit, ein Kind zu empfangen.