Miasmatische Symptome bei Kindern

von HP Tanja Radigk

Ich möchte mit meinem Artikel an den meiner Kollegin Sybille Freund anknüpfen. In ihrem Artikel lesen wir über Koliken und Wundheit und erfahren, dass man daraus miasmatische Spuren erkennen kann. Nun, diese Spurensuche ist wichtig und für eine ausführliche Anamnese unabkömmlich.
Diese Spuren und Hinweise auf miasmatische Veranlagungen kann man bei Kindern manchmal recht früh erkennen. Nämlich an ihren individuellen Symptomen und ihrer eigenen Krankheitsgeschichte.
Schon bei den ganz kleinen Patienten kann man deutliche Hinweise auf krankhafte Veranlagungen finden. Diese dienen uns Homöopathen dann als Leitlinie in der chronischen Behandlung. Jeder Mensch reagiert, je nach eigener Möglichkeit auf äußere Zustände und Krankheitsreize. Der eine weniger und der andere mehr oder schneller.
Bestimmte miasmatische Zeichen blitzen dann auch bei den Säuglingen auf und erhellen damit den Geist des Therapeuten, damit dieser Licht im Dunkel der vielen Symptome findet, die so manch ein kleiner Erdenbürger schon zu bieten hat.

Manche Kinder haben schon früh verklebte Augen (Schmieraugen) und bekommen diese Symptome immer wieder. Andere haben Dreimonatskoliken und Verdauungsstörungen.
Man findet Speikinder und Wundheit im Windelbereich. Kinder, welche schon früh Stinke-und Schweißfüße haben oder einen lästigen Säuglingsschnupfen. Manche haben einen Storchenbiss oder gedeihen und wachsen schlecht. Man kann auch Phimosen finden oder anhaltende Absonderungen.
Diese Auffälligkeiten können Hinweise auf eine miasmatische Veranlagung (hier Sykose) sein. Zusammen mit anderen Symptomen der Krankengeschichte sowie unter Einbeziehung der Informationen aus Schwangerschaft und Familienanamnese ergibt es durchaus ein klares Bild und eine klare Verschreibung eines homöopathischen Mittels.
Bei anderen Kindern finden wir vielleicht auch eine Trichterbrust, einen Klumpfuß oder einen auffallend geformten Kopf. In schlimmeren Fällen angeborene Missbildungen, wie eine Hasenscharte(lieber Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte –wir hatten schon mal Ärger wegen solcher umgangssprachlicher Ausdrücke. Patienten empfanden das als „Beleidigung“) oder auch einen Herzfehler. Nur um einige miasmatische Hinweise erwähnt zu haben und nicht alle sind so stark und auffallend.
Dies alles sind nur einzelne Zeichen und Hinweise auf die Wurzeln der Krankheit unserer Patienten und müssen vorsichtig (im Zusammenhang mit weiteren Informationen) berücksichtigt werden.
Da ein Apfelbaum keine Birnen hervorbringen kann, so können unsere Kinder nur Symptome hervorbringen, welche in ihrer Veranlagung liegen.Hier sind oft deutliche Zusammenhänge mit ihren Vorfahren zu erkennen.
Der miasmatisch arbeitende Therapeut registriert das alles und kann aus den vielen Puzzelstücken ein klares Ganzes schaffen und so die Gesundheit des Patienten unterstützen.
Wir können nicht alles heilen (angeborene Behinderungen oder Missbildungen), aber wir können versuchen jeden Patienten zu stärken und ihn in seiner Entwicklung voran zu bringen.
Genau hiervon profitieren schon die Kleinsten in unserer Gesellschaft und je früher bei den Schwächsten eine Unterstützung angeboten wird, desto größer ist die Chance etwas gesünder durch das Leben zu gehen.