Alters-Erscheinungen

Kinderkrankheiten und ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung
Die alten Ärzte wussten noch sehr genau wie wichtig das Durchmachen einer Kinderkrankheit für die kindliche Entwicklung ist.
Hierzu drei Beispiele:

1. Ein 15 Monate alter Junge war in seiner körperlichen Entwicklung zurück und konnte noch nicht frei laufen. Er erkrankte an Windpocken und machte die Krankheit ohne Komplikationen und ohne schulmedizinische Begleitung durch. Die Mutter gab nur homöopathische Mittel zur Linderung des Juckreizes. Nach der Windpockenerkrankung fing er an frei zu laufen und entwickelt sich seither absolut altersgerecht.
2. Ein anderer Junge von 4 Jahren litt bis zu seiner Windpockenerkrankung an nächtlichen Angstattacken. Es verlief kaum eine Nacht ungestört von seinen Alpträumen, was für die ganze Familie eine Qual war. Nach durchmachter Windpockenerkrankung waren diese Angstanfälle verschwunden und sind seitdem nie mehr aufgetreten.
3. Mein eigener Sohn litt bis zu seinem 7. Lebensjahr an einem atopischen (allergischen) Ekzem in den Ellenbeugen, was vor allem immer dann auftrat, wenn er Laugenbrezeln gegessen hatte. Hin und wieder hatte er auch um den Mund herum ein Speichelekzem. Im Mai 2006 erkrankte er an echtem Scharlach (d.h. Beginn mit Erbrechen, hohem Fieber, der typische Hautausschlag und am Ende die Abschuppung der Haut an Handflächen und Fußsohlen). Ich behandelte den Scharlach rein homöopathisch, mit der für den jeweiligen Zustand passenden Arznei. Er durchlief innerhalb von sieben Tagen alle Stadien in ganz mildem Ausmaß und konnte nach einer Woche wieder in den Kindergarten gehen. Das allergische Ekzem und auch das Speichelekzem sind seitdem nicht wieder aufgetreten, egal was er isst.
An diesen Beispielen kann man die Bedeutung der entsprechenden Kinderkrankheiten für die Entwicklung sehr gut erkennen. Alle drei Kinder machten durch die jeweilige Kinderkrankheit einen großen Entwicklungsschritt.
Werden Kinderkrankheiten homöopathisch behandelt, verlaufen sie in abgeschwächter und verkürzter Form. Es werden aber dennoch alle Stadien der Krankheit durchgemacht (siehe obiger Scharlach-Fall). Nur wenn die Krankheit in ihrer Vollständigkeit durchgemacht wird, ist sie auch gut für die Entwicklung.
Schnell wird ein Fieber mit einem Fiebermittel (wie Aconitum zum Beispiel oder mit Wadenwickeln) unterdrückt. Aber schon FARRINGTON (ein homöopathischer Arzt) wies in seiner vergleichenden Arzneimittellehre darauf hin, dass bei Scharlach z.B. das Fieber für die Entwicklung des Ausschlages wichtig ist. Fast alle Kinderkrankheiten gehen mit einer Art Hautausschlag einher. Man kann diese Ausschläge im weitesten Sinne als eine Art Entgiftung ansehen. Können diese Ausschläge aufgrund der Fieberunterdrückung nicht richtig zum Vorschein kommen, ist das für den Verlauf der Krankheit nicht vorteilhaft.
Für die homöopathische Behandlung von Kinderkrankheiten ist außerdem wichtig, dass es nicht für jede Kinderkrankheit ein Allheilmittel gibt, wie es vielerorts gepriesen wird (z.B. Belladonna für Scharlach, Pulsatilla bei Masern oder Rhus toxicodendron bei Windpocken). Diese Mittel können durchaus die richtigen sein, aber wie bei jeder anderen Krankheit auch, die man homöopathisch behandeln möchte, ist es auch bei den Kinderkrankheiten wichtig, nach den individuellen Symptomen zu gucken, die das Kind hat. Denn: so wie jeder Mensch vom Wesen anders ist, entwickeln sich bei ihm auch die nach dem Namen nach gleichen Krankheiten unterschiedlich. So können zwei Kinder mit der gleichen Kinderkrankheit völlig unterschiedliche Arzneien bekommen, da sich die Krankheit unterschiedlich äußert. Man muss immer das Individuum berücksichtigen!