Die Kraft der Kügelchen

Über die möglicherweise starken Auswirkungen einer Gabe homöopathischer Arzneien / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
In der Regel ermuntere ich meine Patienten und Schüler dazu selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln und sich bei leichten Beschwerden durchaus auch einmal selbst zu behelfen. Zu diesem Zweck haben die meisten eine auf das jeweilige Tier abgestimmte kleine homöopathische Hausapotheke. Setzt nicht bald Besserung ein, oder ist ein Fall nicht klar, sollte immer der Rat eines erfahrenen Therapeuten oder Tierarztes eingeholt werden.
Welche Kraft homöopathische Mittel haben und dass die Mittel nicht so harmlos sind wie gemeinhin gedacht wird, sollen folgendes Beispiel zeigen:
Ein Pyräneenberghund aus dem Tierschutz, der sich in einer Pflegestelle befindet, hatte eine Fehlstellung beider Hinterbeine. Das linke Hinterbein wurde bereits operiert und eine Platte eingesetzt. Die Operation verlief problemlos.
Im September 2006 wurde das rechte Hinterbein operiert. Auch diese Operation verlief problemlos, bis auf Grund eines Materialfehlers die Platte brach und eine erneute Operation nötig war.
Nach der zweiten Operation kam es zu einer Knochenentzündung und es wurde kein Kallus mehr an der Bruchstelle gebildet, die neue Platte wuchs nicht fest.
Es wurde erneut operiert, der Knochen gekürzt, damit die Platte anwachsen sollte. Die Entzündung wurde zwar besser, aber nun hatten sich die Schrauben gelockert und eine war sogar durch die Haut zu fühlen.
Also wurde die Platte entfernt und ein sogenannter Fixateur sollte von außen das Bein stabilisieren. Auch bei dieser Methode lockerten sich die durch das Bein gebohrten Schrauben und der Fixateur lies sich hin und her bewegen.
Daraufhin bekam der Hund eine Orthese (eine maßgefertigte feste und rundum geschlossene Schiene) um das Bein zu fixieren. Mittlerweile war es März 2007. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich hinzugezogen um ein Mittel zu finden, damit sich die Haut, die nun seit Monaten unter den Verbänden und Schienen sehr wund geworden war, schneller erholen konnte.
Nachdem mir die Besitzer den Fall geschildert hatten, erklärte ich Ihnen, dass hier die Mittelwahl sehr sorgfältig geschehen muss, da ja im linken Bein noch Implantate sind und es homöopathische Mittel gibt, die in der Lage sind Fremdkörper auszutreiben.
Während der Operationen wurde der Hund schulmedizinisch mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt. Auf meine Frage, welche Medikamente der Hund zur Zeit bekommt, antworteten die Besitzer nur noch Schmerzmittel, sonst würde nichts gegeben.
Es kam mir merkwürdig vor, dass das linke Bein so problemlos verheilt war und das rechte Bein solche Abstoßungsreaktionen zeigte. Das verwendete Material war bei beiden Operationen gleich.
Auf meine Frage ob denn außer den Antibiotika und den Schmerzmitteln sonst wirklich nichts verabreicht worden wäre, vielleicht Naturheilmittel oder homöopathische Mittel sagten die Besitzer, nein nur Schüsslersalze, das hätte man sich aus dem Internet geholt. Sofort schoss es mir durch den Kopf: „doch nicht etwa xxxxxx!“.
Es stellte sich heraus, dass dem Hund seit November, also etwa ab dem Zeitpunkt an dem die Kallusbildung nicht richtig von statten ging, fünf verschiedene Schüsslersalze täglich verabreicht wurden. Die Mittel waren nun fast zu Ende und man würde sich auch keine Neuen mehr holen, dass würde ja nichts bringen.
Natürlich war auch xxxxxx darunter.
Nun war völlig klar, warum es solche Reaktionen auf die Implantate gab. Durch das Mittel xxxxxx versuchte der Körper die Fremdkörper, die sich in Form von Schrauben im Knochen befanden, auszutreiben. Die Besitzer waren sichtlich erstaunt, als ich Sie über die Zusammenhänge aufklärte und wunderten sich, weil das ja nirgendwo dabei gestanden hätte und auch der behandelnde Arzt hätte nichts gegen die Selbstbehandlung zur Unterstützung der Kallusbildung gehabt.
Schüsslersalze sind Mittel, die nach homöopathischer Regel verdünnt werden, die aber nicht nach der Ähnlichkeitsregel der Homöopathie angewendet werden, sondern nach physiologisch-chemischen Richtlinien von Schüssler.

Tierheilpraktikerin Christine Stroop ist Mitglied der DGMH und regelmäßige Autorin für den DGMH-Newsletter.