TÜV und DEKRA für Homöopathen

Qualitätssicherung wird immer wichtiger / von Dr. med. Sybille Freund

Die Homöopathie ist eine Heilmethode, die sich immer weiter etabliert. Viele Erfolge, sowohl bei akuten als auch bei chronischen Krankheiten, sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen homöopathisch behandeln lassen wollen. Schwierigkeiten kann allerdings die Therapeutenwahl machen. Wie findet man einen Therapeuten, der eine solide Ausbildung hat?
Um ehrlich zu sein: der größte Teil der Therapeutenwahl beruht auf Empfehlungen. Ein Patient ist zufrieden mit seinem Therapeuten und empfiehlt ihn weiter. Was tun aber Patienten, die niemanden kennen, der sich bereits einmal homöopathisch behandeln ließ?

Sie suchen Möglichkeiten sich zu informieren. Sie recherchieren etwa im Internet. Vielleicht rufen sie auch bei Vereinen und Verbänden an. Richtige Empfehlungen können aber auch Vereine und Verbände nicht aussprechen, weil sie nicht entscheiden können, welcher Therapeut zu dem jeweiligen Patienten passt. Schließlich muss auch die „Chemie“ stimmen.
Was allerdings die Qualifikation der Homöopathen betrifft, so gibt es in den letzten Jahren große Fortschritte. Es haben sich zwei Systeme – ähnlich TÜV und DEKRA – entwickelt, die die Qualifikation der Therapeuten überprüfen und sie verpflichten, sich regelmäßig fortzubilden. Es handelt sich um die Qualitätskonferenz des BKHD (Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands e.V.) und um die SHZ (Stiftung Homöopathie-Zertifikat). Diese beiden Organisationen haben sich zum Ziel gesetzt, dass die Qualifizierung von Therapeuten sowohl für Patienten als auch für Verbraucherschützer und andere Interessierte transparent wird.
Zudem ist eine neue EU-Richtlinie für Patientenrechte und -schutz in Arbeit, die bindend sein und in Länderrecht überführt werden wird. Aus Artikel 5 dieser Patientenrichtlinie folgt, dass auf die Homöopathen künftig Qualitäts- und Sicherheitsstandards zukommen werden, die erfüllt werden müssen. Sowohl für die Homöopathen als auch für die Patienten ist es in dieser Situation sehr wichtig, dass bereits die oben genannten Qualitätsprüfungsverfahren vorhanden sind – denn die derzeitigen Qualitätsstandards von SHZ und BKHD-Qualitätskonferenz sind von erfahrenen Homöopathen erstellt worden. Eine Umsetzung der EU-Richtlinie durch Nicht-Homöopathen wäre dagegen für die Homöopathie fatal. Im Folgenden möchten wir Sie über die Qualitätsstandards von BKHD und SHZ informieren, soweit diese übereinstimmen.
Therapeuten, die sich an diesem Verfahren beteiligen möchten, weil sie ihre Qualifizierung dokumentieren wollen
• müssen Heilpraktiker oder Arzt sein.
• müssen eine Ausbildung mit mindestens 1800 Unterrichtseinheiten absolviert habe (davon 550 Unterrichtseinheiten (UE) mit direktem Lehrerkontakt und weitere Anforderungen an die Schulen).
• müssen eine Prüfung ablegen, bei der sie Ihre homöopathischen Kenntnisse darlegen.
• verpflichten sich im Jahr 30 UE Homöopathiefortbildung und 8 UE Fortbildung in „klinischer Medizin“ zu absolvieren (Zu „klinischer Medizin“ gehören Seminare zur Diagnostik von Krankheiten, zur Kenntnis nicht so geläufiger Erkrankungen sowie zur schulmedizinischen Therapie).
• verpflichten sich zur Behandlung nach den Regeln der klassischen Homöopathie und zur Einhaltung der Ethikrichtlinie.
• verpflichten sich zu einer dreijährigen Supervision, wenn sie noch keine Praxiserfahrung nachweisen können.
Listen, in denen Therapeuten eingetragen sind, die ihre Qualifizierung nachgewiesen haben, finden Sie auf den Homepages der Qualitätskonferenz des BKHD und der SHZ.
Damit Patienten solche qualifizierten Therapeuten erkennen können, erhalten diese einen Stempel (siehe Abbildungen).
Wir unterstützen diese Qualifizierungs-Bemühungen und empfehlen Ihnen, bei der Suche nach einem Therapeuten darauf zu achten. Ob allerdings der jeweilige Therapeut zu Ihnen passt, ob die Chemie stimmt und Sie sich aufgehoben fühlen, müssen Sie für sich bei einem persönlichen Gespräch mit dem jeweiligen Therapeuten entscheiden.

Beide Institutionen, SHZ und Qualitätskonferenz des BKHD befinden sich in Gesprächen, um die gemeinsamen Ressourcen auszuloten. Wenn es gelingt, die Vorteile beider Systeme zu verbinden, könnte dies die Systeme letzten Endes auch zusammenführen.