Here comes the sun

Sonnenschutz und seine Schattenseiten / von Dr. med. Sybille Freund
Die Sonne tut gut, sie wärmt, gibt Schwung, regt den Stoffwechsel an. Sie fördert die sozialen Kontakte, bringt uns dazu, dass wir uns mehr an der frischen Luft bewegen, dass wir besser lüften. Mit anderen Worten, die Sonne führt zum Gesundheitsbegriff der WHO: Körpliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.
Leider hat auch die Sonne bei übermäßigem Genuss Nebenwirkungen, vor denen wir uns schützen wollen. Hierzu wurden unzählige Sonnencremes, -lotions und –sprays entwickelt. Welchen Sonnenschutz soll ich wählen?
Es gibt zwei Typen von Sonnenschutzmitteln: mineralische und chemische Filter. Erstere schützen die Haut, weil sie durch kleine Partikel, die in ihnen enthalten sind, weniger Sonnenlicht durchlassen. Mittel mit chemischem Filter führen zu chemischen Prozessen in der Haut (weshalb man sie 1/2 Stunde vor dem Sonnenbad auftragen soll) und schützen auf diese Weise.
Beide Arten enthalten Stoffe, die Reaktionen des Körpers hervorrufen können und sind somit nicht ganz unbedenklich.

Mineralische Filter:
• Sie können Zink enthalten. Hier sollten besonders Menschen mit Hautausschlägen zurückhalten sein, weil die Ausschläge durch die Zinkwirkung verschwinden können. Toll, sagt man sich vielleicht erst, aber man wird feststellen, dass die Unterdrückung des Hautausschlags zu anderen Beschwerden führen wird.
• Sie können Aluminiumhydroxid enthalten (wenn auch in sehr geringen Mengen). Es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses über die Haut aufgenommen wird, dennoch ist Aluminium ein krebserregender Stoff und sollte gemieden werden (Aluminiumhydroxid findet man auch in vielen Deos. Hier ist Vorsicht geboten, weil die Menge größer ist und Deos häufig PEGs enthalten, die die Haut für alle möglichen Stoffe durchlässig macht und somit das Aluminium in den Körper hineinlassen).

Chemische Filter:
• Häufig findet man Benzophenone-3 (Oxybenzon), Homosalate, Octyl-Dimethyl-Para-Amino-Benzoic-Acid (OD-PABA) und 3-Benzylidencamphor, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Durch sie kann es in frühen Lebensphasen zu biochemischen Veränderungen im Gehirn und in den Fortpflanzungsorganen führen kann. (1)
• PEGs sind sehr häufig enthalten. Sie lassen die Schutzbarriere der Haut fallen und können dazu führen, dass schädliche Stoffe aufgenommen werden (s.o.). (1)
• Diethylphthalat kommt häufiger vor. Auch dieser Stoff beeinflusst den Schutzmechanismus der Haut. (1)
• Phthalate stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und außerdem wie ein Hormon zu wirken.(1)
• Formaldehyd kann manchmal nachgewiesen werden. Es wirkt krebserregend, lässt die Haut schneller altern und kann schon in geringen Mengen Allergien auslösen. (1)
• Seltener findet man halogenorganische Verbindungen, die ebenfalls allergieauslösend und krebserregend sind. (1)
Es ist also gar nicht so einfach, zu entscheiden, welche Sonnencreme man einsetzen soll. Wir ziehen die mineralischen Filter vor, aber letztenendes ist es wohl am sinnvollsten, sich im Halbschatten aufzuhalten. Dort wird man schonend gebräunt und der Kreislauf leidet nicht.
Dazu ein wohlschmeckendes Getränk, eine Zeitung oder ein Buch und schon kann man sich mal so richtig erholen!
Wir wünschen einen schönen Sommer!