Menopausenlos

Tiere haben keine Wechseljahre / von Tier-HP Christine Stroop

Bei unseren Haustieren gibt es keine Phase, die mit der Menopause des Menschen vergleichbar wäre. Haustiere sind in der Regel bis ins hohe Alter fortpflanzungsfähig. Es kommt aber vor, dass sich der Zyklus verändert und die Häufigkeit der Läufigkeiten kann sich verringern. Auch kann sich mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit vermindern, dass ein Deckakt dazu führt, dass das weibliche Tier aufnimmt und trächtig wird.
Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Nachkommen beinhalten bei alten Tieren ein erhöhtes Risiko von Komplikationen für Tot- oder Fehlgeburten, Erbkrankheiten und mangelnder Milchleistung. Auch besteht mit zunehmendem Alter die Gefahr, dass die Elterntiere eines natürlichen altersbedingten Todes sterben, bevor der Nachwuchs in der Lage ist, sich selbst zu versorgen.
Beim Menschen besteht aber im Verhältnis zu anderen Säugtieren eine viel länger dauerende Abhängigkeit des Nachwuchses von der Versorgung durch Erwachsene. Eine kleine Katze lernt nach einigen Monaten sich selbst zu versorgen und kann sehr bald auch ohne die Versorgung durch die Mutter überleben. Je älter eine (Menschen)-Mutter bei der Geburt ist, desto höher ist das Risiko altersbedingt zu sterben, bevor der Nachwuchs sich selbst versorgen kann.
Dies scheint unter anderem eine Erklärung zu sein, warum der Mensch, im Gegensatz zum Tier, noch eine sehr lange Lebenserwartung hat, wenn er nicht mehr in der Lage ist, Nachwuchs zu zeugen. Außer dem Menschen ist bisher nur von Kurzflossengrindwalen und einigen Elefantenarten bekannt, dass sie nachdem sie nicht mehr in der Lage sind, Nachwuchs zu bekommen, noch viele Jahre leben können.
Nach George C. Williams, einem Biologen, haben ältere, nicht mehr an eigener Fortpflanzung interessierte Frauen einen positiven Effekt auf die Überlebensrate ihrer Enkel. Dies ist für die Fitness von Vorteil. Die Menopause könnte somit eine Angepasstheit des heutigen Menschen darstellen.
Im Selektionsprozess hängt die Fitness nicht nur von der Anzahl der Neugeborenen ab, sondern die Fitness einer Art hängt auch von deren Überlebenswahrscheinlichkeit ab. Fitness meint in diesem Zusammenhang nicht, wie stark oder gesund ein einzelnes Tier ist, sondern wie viele überlebende Nachkommen ein Lebewesen zu zeugen in der Lage ist. Fitness beschreibt die Reproduktionsfähigkeit, nicht die Stärke oder Durchsetzungsfähigkeit.
Beim Menschen kommt es in der Übergangsphase von der fruchtbaren Phase zur unfruchtbaren Phase durch die hormonelle Umstellung zu allerlei Symptomen, den Wechseljahrsbeschwerden.
Da unsere Haustiere nicht in diese Phase kommen, sollten sie auch kein duch eine veränderte Hormonlage versachten Probleme haben.
Was ist aber mit unseren kastrierten und sterilisierten Haustieren? Werden Eierstöcke und Gebärmutter entnommen, dann treten beim Mensch schlagartig die Wechseljahre ein, dies ist bekannt.
Dass es nach Kastration und Sterilisation auch bei unseren Haustieren zu verschiedensten Symptomen kommen kann, haben wir im Newsletter Mai 2006 schon beschrieben.
Man findet unter den Beschwerden die als Folge einer Kastration auftreten können ähnliche Beschwerden die aus der Menopause des Menschen bekannt sind.
Einige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Schweißausbrüche können Tiere nicht gut äussern und sind schwer oft schwer zu erkennen.
Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme, Harninkontinenz und Haarausfall (bei Hunden häufig auch eine Fellveränderung), Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche sind allerdings deutlich zu beobachten.
Bei der Behandlung von Beschwerden die seit einer Kastration auftreten müssen denn auch die Rubriken „Klimakterium und Menopause“ zum Ausarbeiten eines homöopathischen Mittels berücksichtigt werden.