Tiere mit Ventil

Absonderungen bei Haustieren / von Tier-HP Christine Stroop
Absonderungen sind für viele Menschen ein lästiges Übel, jedoch für die Gesundheit oft ein wichtiges Ventil und für den Homöopathen eine Auskunft über die innere Krankheit und den Gesundheitszustand eines Lebewesens. Absonderungen können Begleiterscheinung einer Erkrankung sein, jedoch auch ohne weitere Krankheitszeichen auftreten oder einen ganz normalen physiologischen Zweck erfüllen, wie z.b. die monatliche Menses beim Menschen bzw. die zweimal im Jahr auftretende Hitze der Hündin oder die Rolligkeit der Katze, die bis zu 10 mal im Jahr auftreten kann.
Der Körper ist immer bestrebt eine Erkrankung von Innen nach außen zu transportieren. Immer vom lebenswichtigen Zentrum zur weniger lebenswichtigen Peripherie. Dieser Vorgang geschieht auch in Form von Absonderungen. So ist immer erst einmal alles was der Organismus versucht an die Oberfläche zu transportieren als Selbsthilfe zu werten, sofern es sich nicht um einen ganz natürlichen Vorgang wie z.b. die Menses handelt.
Wird so ein Ventil vorschnell geschlossen, also die Absonderung unterdrückt, ohne die innere Krankheit zu heilen manifestiert sich die vorhandene Grunderkrankung auf einer tieferen Ebene. Wenn ein Lokalübel unterdrückt wird, kann ein vorhandenes aktives Miasma in das nächste Stadium fortschreiten.
Werden Absonderungen unterdrückt, so kann das Folgen für den Organismus haben. Dies gilt nicht nur für uns Menschen, sondern für alle Lebewesen, also auch für unsere Haustiere und selbstverständlich auch für Wild- und Nutztiere.
So nutzt es z. B. nichts bei einer immer wieder kehrenden Ohrentzündung unseres Haustiers medikamentös die Absonderung und die Entzündung zu stoppen, wenn die Ursache nicht geklärt ist. Häufig kommen diese Entzündungen regelmäßig wieder, weil der Körper sein Ventil aufrecht zu erhalten versucht. Dies zeugt eigentlich von einer guten Lebenskraft jedoch bleibt so die Grunderkrankung und Ursache unbehandelt und es ist die Frage wie lange der Organismus die Kraft hat die Absonderungen aufrecht zu erhalten. Wiederkehrende einseitige Ohrentzündungen rechts weisen häufig auf Darmstörungen hin die meist von Fütterungsfehlern ausgehen. Einseitig linke Ohrenzündungen können ein Hinweis auf einen gestörten Hormonhaushalt sein. Eine Behandlung sollte also hier ansetzen.
Besonders gerne werden physiologische Absonderungen wie die Menses unterdrückt. Sei es aus Bequemlichkeit oder weil es Probleme damit gibt.
Haben Hunde Probleme mit der Läufigkeit gibt es meist Hormonspritzen damit das betroffene Tier nicht läufig wird oder das Tier wird kastriert. Beide Methoden sind eine Unterdrückung von Absonderungen die Folgen haben können. In der Regel sind Probleme mit der Läufigkeit gut homöopathisch zu behandeln.
Die Folge solcher Unterdrückung ist vergleichbar mit den Symptomen die in der Menopause beim Mensch auftreten können. Bei den Tieren ist ein mit der Menopause vergleichbarer Entwicklungsabschnitt allerdings nicht zu finden. Jedoch haben sehr alte Tiere häufig nicht mehr einen so regelmäßigen Zyklus und werden auch oft nicht mehr so schnell tragend.
Beim Hund finden wir häufig hormonelle Dysfunktionen, Fellveränderungen, Gewichtszunahme
(es wird gerne behauptet dies lässt sich durch angepasste Fütterung und Bewegung regulieren. Nach meiner Erfahrung ist dies durchaus nicht immer der Fall.), verlangsamter Stoffwechsel, Harninkontinenz, Wesensveränderungen usw.
Die monatliche Menses, eine wichtige Absonderung, der Frau könnte eine Erklärung sein, warum Frauen statistisch älter werden wie Männer und häufig erst im späteren Alter vergleichbare Erkrankungen bekommen.