Der Globulator in der Tierhomöopathie

Warum Homöopathie mehr ist als Symptome zählen / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Was im Newsletter der DGmH im Jahr 2007 als Aprilscherz gedacht war, ist genau genommen schon längst Wirklichkeit.
Zwar stehen nicht an jeder Ecke Automaten, die nach Eingabe der Symptome ein Mittel ausspucken, aber man kann einfach in eine Internetsuchmaschine den Krankheitsnamen eingeben und schon gibt es genug Vorschläge, was das Tier wieder gesund macht.
Leider ist es gerade in der Tierhomöopathie Gang und Gäbe Mittel nach Indikationen und nicht nach Symptomen zu verordnen. Dies rührt zum Teil auch daher, dass es im Arzneimittelgesetz geregelt ist, Vorschriften über die Anwendung der Arzneimittel insbesondere bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, gibt.
Arzneimittel sind in der Regel ausschließlich für eine Anwendung bei Menschen zugelassen, außer Sie tragen den Zusatz "Für Tiere".
§ 58 AMG besagt, dass alle Personen, die keine Tierärzte sind, bei lebensmittelliefernden Tieren ausschließlich Tierarzneimittel anwenden dürfen, die für die jeweilige Tierart und Erkrankung zugelassen, d. h. gekennzeichnet sind. Dies gilt leider auch für homöopathische Arzneimittel.
Bei den für Tiere zugelassenen homöopathischen Mitteln handelt es sich häufig um sogenannte Komplexmittel.
Diese Arzneimittel sind aufgrund arzneimittelrechtlicher Vorgaben ohne Angabe einer therapeutischen Indikation im Handel. Zwar dürfen auf Grund der arzneimittelrechtlichen Vorschriften keine therapeutischen Indikationen auf der Packung oder im Beipackzettel stehen, jedoch sind die Mittel nach Indikationen wie z.B. Atemwege, Allergien, Magen-Darm, Niere-Blase etc. geordnet.
Komplexmittel sind Präparate bei denen mehr oder weniger viele homöopathische Einzelmittel, die für die jeweiligen Indikationen in Frage kommen könnten, in mehr oder weniger hohen Potenzen zusammengemischt werden.
Die enthaltenen einzelnen Mittel sind zwar geprüfte homöopathische Arzneien, aber sie sind einzeln und für sich und nicht in dieser Zusammensetzung geprüft worden.
Dr. Samuel Hahnemann hat uns gelehrt, dass ein Mittel nur das heilen kann, was es auch hervorrufen kann.
Nur weil Einzelsubstanzen, die in ihrer Wirkung bekannt sind, zusammengemischt werden, ist nicht davon auszugehen, dass sich ihre Wirkung addiert. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich ihre Wirkung verändert. Um ein Komplexmittel homöopathisch anzuwenden müsste man es, in der jeweiligen Zusammensetzung, zuerst am Gesunden prüfen und dann nach Symptomenähnlichkeit verordnen.
Es ist keine Seltenheit, dass Tierbesitzer mit Ihren Tieren in die Sprechstunde kommen, die schon 10 und mehr Mittel bei ihrem Tier "selbst ausprobiert" haben. Das eine stand im Internet, dass andere hatte der Nachbar empfohlen und wieder ein anderes Mittel wurde in einem Tierratgeber gefunden.
Homöopathie, so wie Dr. Samuel Hahnemann sie entwickelt hat ist jedoch mehr, als nur vorhandene Symptome zu addieren.