Geschöpfe wie wir

Die Rolle der Tiere in der Kirche / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop

Tiere spielten schon immer eine große Rolle in der Geschichte des Menschen. Schon in der Bibel werden die verschiedensten Tiere erwähnt. In der damaligen Zeit handelte es sich bei den Haustieren in der Regel um Nutztiere. Schafe, Ziegen, Esel, Rinder und andere Nutztiere dienten dem Überleben, wurden als Arbeitstier und zur Gewinnung von Fleisch, Fell und Wolle gebraucht. Auch Hunde und Katzen wurden damals nicht einfach nur zur Gesellschaft gehalten. Hunde halfen bei der Jagd, bewachten Haus und Hof und trieben die Tierherden. Einige in der Bibel erwähnten Tiere, wie die z.B. Schlange haben Symbolcharakter, andere werden als Opfertiere erwähnt.
Mythen und Magie beeinflussten die Einstellung der Menschen früherer Zeit zu den Tieren.
Der Hund wird in der in der Bibel eher negativ bewertet. „Hund“ war damals ein Schimpfwort für einen wertlosen Menschen. Die Katze wurde in der Bibel gar nicht erwähnt. Sie galt jedoch im Mittelalter als Begleiterin der Hexen. Auch Hunden wurde nachgesagt Schutzgeister von Hexen zu sein.
Im Laufe der Zeit wurden auch Katzen zum Nutztier. Katzen dämmten die Ratten- und Mäuseplagen ein und ihr Fell wurde zu Kleidung verarbeitet. In Frankreich und England soll Katzenleder sogar zu besonders geschmeidigen Handschuhen verarbeitet worden sein.
Um einige katholische Heilige ranken sich Geschichten, dass sie Hunde als Gefährten dabei hatten. So soll der Hund des Heiligen Patrick von Irland vor seinem Herrn die Frömmigkeit der Menschen erkannt haben.
Der Heilige Christophorus wird in einer Abbildung als junger Mann mit einem Hundekopf abgebildet. Nach der Legende hatte er Gott um ein hässliches Gesicht gebeten, um nicht mehr von Frauen und Männern begehrt zu werden.
Hunde sind auf vielen religiösen Gemälden zu sehen. Auf den Gemälden vieler Adliger sind, neben Pferden, ebenfalls sehr häufig Hunde zu sehen. Trotz der nicht immer wohlwollenden Haltung der Kirche gegenüber Hunden und Katzen finden sich diese auch auf einigen Wappen und auf Grabsteinen wieder.
Es war allerdings verboten, Hunde mit Ihrem Besitzer zu beerdigen. Bis heute dürfen Tiere nicht auf Friedhöfen beerdigt werden. Es entstehen daher zunehmend private Tierfriedhöfe.
In der frühen Neuzeit haben Adlige in England ihre Hunde mit in die Kirche zum Gottesdienst gebracht. Zu dieser Zeit hatten die Gläubigen häufig einen weiten Weg zur Kirche zurückzulegen und die Hunde dienten zum Schutz.
Es soll Kirchen gegeben haben, in denen es spezielle Bänke für die Hunde der Gutsherren gab um diese unterzubringen.
Im 17. Jahrhundert wurde es wieder verboten Hunde mit in die Kirche zu nehmen. Daraufhin blieben die Adligen vor der Kirche und hörten sich bei geöffneten Kirchentüren die Predigt an. Daraus entstand die Gepflogenheit an der Kirchentür den Segen für alle Tiere auszusprechen. Heute gibt es in vielen Gemeinden regelmäßig Tiergottesdienste.
Im 17. Jahrhundert wurden so genannte Hundetreiber eingesetzt um freilaufende Hunde aus den Kirchen fern zu halten. Hierzu wurden Hundezangen verwendet, die häufig bei den Tieren zu Verletzungen führten. Die Hundevertreiber hatten auch die Aufgabe die Gemeinde während der Predigt wach und die Kanzel sauber zu halten.
Die St.-Pauls-Kathedrale in London soll damals immer offen gestanden haben. Der Hundescheucher musste eine halbe Stunde vor Messebeginn kommen um die Hunde aus der Kirche zu vertreiben.
Bis heute wird die Stellung der Tiere in der Religion sehr kontrovers diskutiert.