Winter ist, wenn die Tiere kalte Füße kriegen

von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Winterzeit ist Erkältungszeit. Nicht nur uns Menschen, sondern auch den Tieren können Schnee, Kälte, Nässe und wechselnde Temperaturen zu schaffen machen.
Eigentlich hat die Natur bestens vorgesorgt. Bekommen die Tiere, je nach Art, doch einen schönen dicken Winterpelz, begeben sich zur Winterruhe oder verschlafen einfach die kalte Jahreszeit.
Bei unseren Haustieren, die ja rund ums Jahr die meiste Zeit im Haus verbringen, funktioniert dies leider nicht immer ganz so einfach.
Der Zeiten des Fellwechsels sind an die Jahreszeiten gebunden und temperaturabhängig. Die meisten Haustiere bekommen zwar ein mehr oder weniger dickes Winterfell, jedoch nicht so vollkommen wie es bei Wildtieren zu finden ist, die rund um die Uhr der Kälte ausgesetzt sind. Es würde ja auch keinen Sinn machen. Die meisten Haustiere verbringen einen Großteil der Zeit in geheizten Räumen und würden eher schwitzen, können sie ja ihr dickes Fell nicht in der Wohnung einfach abstreifen, so wie wir unseren Mantel ausziehen.
Tiere, die nur im Haus gehalten werden, bleiben in der Regel von den Folgen der kalten Jahreszeit verschont. Zu beachten ist hier allerdings, dass beim Lüften der Wohnung kein Zug entsteht.
Die meisten reinen Wohnungstiere reagieren recht empfindlich auf kalten Luftzug und starke Temperaturunterschiede. Die Folge sind häufig Augenentzündungen, sehr oft einseitig, aber auch Erkältungskrankheiten ähnlich wir sie bei uns Menschen vorkommen.
Katzen, die Freigang haben, sind in der Regel kluge Tiere und wissen sehr wohl, was ihnen bekommt. Bei starkem Regen liegen sie lieber am warmen Ofen. Doch manche Miezekatze hat sich beim Liegen auf nassem Untergrund auch schon mal eine Blasenentzündung geholt oder sich bei einem zu langen Spaziergang im Schnee erkältet, weil die Samtpfoten kalt geworden sind.

Bei vielen Hunderassen ist die Länge des Felles verändert oder die Unterwolle fehlt. Dies entspricht dem jeweiligen Rassestandard, kann aber dazu führen, dass besonders kleine Hunde im Winter leicht auskühlen und frieren. Wird der kleine Kerl in Bewegung gehalten, bleibt ihm warm.
Hunde gehen (mit wenigen Ausnahmen) bei jedem Wetter gerne spazieren. Viele Hunde sind richtige Wasserratten und nutzen jede Pfütze um hindurch zu toben und daraus zu trinken, egal ob es nun Sommer oder Winter ist. Im Schnee drehen die meisten Hunde richtig auf. Sehr beliebt ist auch den Schnee zu fressen. Während einige Hunde problemlos große Mengen Schnee fressen können ohne Beschwerden zu bekommen, führt das Schneefressen bei anderen Tieren zu Erbrechen und Durchfällen.
Die Behandlung solcher Beschwerden erfolgt hier kausal mit Mitteln aus der Rubrik Folgen von Verkühlung, Folgen von Kälte oder Nässe, Folgen von kalten Füßen, von Zugluft.
Das Schneefressen ist vergleichbar damit, wenn Menschen zu viel und zu schnell eine große Menge Eiscreme gegessen haben. So ist es nicht verwunderlich, dass wir hier Mittel finden aus der Rubrik Folgen von Eiscreme:-).

Je öfter und länger Mensch und Tier im Winter Zeit im Freien verbringen, desto besser kann sich der Organismus auf die Kalte und Nasse Jahreszeit einstellen und desto seltener kommt es zu Erkrankungen durch Kälte und Nässe. Die beste Erkältungsprophylaxe für Mensch und Tier sind somit tägliche lange Spaziergänge.
Übrigens: es gibt kein schlechtes Wetter nur falsche Kleidung. In diesem Sinne, viel Spaß!

Tierheilpraktikerin Christine Stroop ist Mitglied des Vorstands der DGMH und regelmäßige Autorin für den Newsletter.