Rechnen Sie damit: es wirkt!

Zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel / von HP Patricia Wolf
Es ist landläufige Meinung ist und auch in vielen homöopathischen Handbüchern für den Laien steht es so geschrieben: Mit Homöopathie kann man ja nichts falsch machen – ist es das richtige Mittel hilft’s, wenn nicht, passiert einfach nichts. Teilweise kursiert sogar die Ansicht, dass, wenn ein Kind sich so ein Fläschchen mit den leckeren Zuckerkügelchen schnappt und freudig aufnascht, es keine Folgen hat. Dies ist völlig falsch!
Denn wie soll eine Arznei, die einem kranken Menschen helfen soll, d.h. eine Wirkung auf den Organismus haben soll, bei einem gesunden völlig wirkungslos sein?!
Einer der Grundpfeiler der Homöopathie ist schließlich die Arzneimittelprüfung am Gesunden. Hahnemann selbst entdeckte die Wirkungsweise der Arzneien durch die Arzneimittelprüfung am eigenen Leib. Er selbst prüfte zahlreiche Mittel an sich, mit dem Ziel, heraus zu bekommen, welche Symptome ein bestimmtes Mittel bei einem gesunden Menschen erzeugt. Er nahm in seinem ersten Versuch die Chinarinde – eine Arznei, die zur damaligen Zeit gegen Malaria eingesetzt wurde – über einen längeren Zeitraum ein und stellte fest, dass sich bei ihm Malaria-ähnliche Symptome zeigten, ohne dass er tatsächlich daran erkrankt war. Er entdeckte somit einen Zusammenhang zwischen den Symptomen, die ein Stoff bei einem gesunden Menschen erzeugen kann und den Symptomen, die er in der Lage ist zu heilen.
Nach dem gleichen Schema überprüfte er noch viele Arzneien und Stoffe auf die für sie typische Kraft, bestimmte Symptome hervorzurufen.
Ausgehend von dieser Entdeckung kann die unbedachte Einnahme von homöopathischen Arzneien selbstverständlich ebenfalls zu Symptomen führen - so ganz „ohne“ ist das Ausprobieren nicht! Und wie sämtliche Arzneien gehören homöopathische Medikamente natürlich nicht in Kinderhände.
Was kann aber noch auftreten? Womit kann ich rechnen, auch wenn ein ausgebildeter Homöopath mir Mittel verordnet?
Bei einem gut gewählten Mittel können Sie natürlich mit einer Besserung Ihrer Beschwerden rechnen. Nicht unbedingt gleich mit allen Beschwerden, aber zumindest mit einem Teil Ihrer Symptome. Manchmal ist es auch so, dass man feststellt, dass man sich zunächst erst mal einfach viel besser fühlt, ohne dass z.B. der Hautausschlag sich sichtlich gebessert hat. Aber auch dies ist ein positives Zeichen für die Wirkung des richtigen Mittels. Das Mittel sollte weiter genommen werden und die weitere Wirkung abgewartet werden.
Es kann aber auch sein, dass sie trotz mehrmaliger Wiederholung des Mittels, gar nicht reagieren. Dann war das Mittel wohl falsch gewählt und der Fall muss neu ausgewertet werden; es muss nach einer neuen Arznei gesucht werden.
Kommt es zu einer Verschlimmerung der Symptome, kann es sich 1.) um eine sog. Erstverschlimmerung handeln. Wenn es eine richtige Erstverschlimmerung ist, sollte nach einer kurzen Zeit der Verschlimmerung eine Besserung der Beschwerden eintreten. Ist dies nicht der Fall, dann war 2.) das Mittel wohl falsch gewählt. D.h. das Mittel hatte keine Wirkung auf den Fall, und die Krankheit verläuft weiter. Es muss nach einem anderen Mittel gesucht werden.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass nach dem Weggang der Symptome sie nach einiger Zeit wieder zurück kehren. Hier gibt es zwei Ursachen: 1.) das verabreichte Mittel hat nicht tief genug gewirkt und die Krankheit nicht ganz ausheilen können oder 2.) das Mittel wurde zu lange gegeben und es ist durch die regelmäßige Mitteleinnahme zu einer Arzneimittelprüfung gekommen; das Mittel sollte jetzt abgesetzt werden.
Generell gesehen ist die Reaktion auf homöopathische Arzneien sehr individuell – wie auch die gesamte Homöopathie. Es gibt Menschen, die sehr empfindlich darauf reagieren, die sehr schnell Arzneimittelprüfungen durchmachen. Andere dagegen reagieren auf das falsche Mittel gar nicht und nur auf das richtige usw.
Hieran sieht man wieder, wie wichtig es ist, mit seinem behandelnden Homöopathen in Kontakt zu bleiben, um die Reaktionen abschätzen zu können und das richtige Weitergehen zu besprechen.