Sag mal schön Aaaaah...

Häufige Erkrankungen im Kleinkindalter / von HP Tanja Radigk
Gerade im Kleinkindalter findet man gehäuft Infekte oder auch eine adenoide Vegetation.Dabei handelt es sich um eine Vergrößerung der Rachenmandeln (=Adenoide). Umgangssprachlich wird hier häufig von den „Polypen“ oder“ Wucherungen“ gesprochen. Die Rachenmandeln haben allerdings nichts mit „Polypen“ (Nasenpolypen) bei Erwachsenen zu tun. Die Adenoide liegen im inneren Ausgang der Nasenhöhle (oberer Bereich im Nasen-Rachen-Raum). Bei einer Vergrößerung behindern diese die Nasenatmung, stören die Belüftung des Mittelohres und sind mitverantwortlich für Tubenkatarrh und andere Entzündungen im Nasen-Rachen-Ohr-Bereich. Die Kinder schnarchen, haben den Mund immer offen und haben gehäuft Infekte.
Die Adenoide gehören zum lymphatischen Gewebe in diesem Bereich und haben eine Abwehrfunktion. Die Vergrößerung beruht auf einer angeborenen Veranlagungen oder anderen endokrinen oder konstitutionelle Faktoren.
Zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr sind die Adenoide häufig vergrößert und bilden sich bis zum Erwachsenenalter völlig zurück.
Auch die Gaumenmandeln vergrößern sich häufig zwischen dem 4. und 10. Lebensjahr. Diese sollten nicht vor dem 6. Lebensjahr entfernt werden und die Adenoide nicht vor dem 2. Lebensjahr. Während die Gaumenmandeln früher noch routinemäßig entfernt wurden, weiß man heute, dass sie wie die Adenoide eine wichtige Abwehrfunktion erfüllen.
Hier ist die Stelle, an der man überlegen kann, ob eine Operation wichtig und richtig ist oder ob es alternative Möglichkeiten zu dieser Behandlung gibt.
Wichtig ist eine gründliche Untersuchung des HNO-Bereichs, um diese Überlegung wirklich leisten zu können.
Nun haben wir schon gehört, dass diese Mandeln eine Abwehrfunktion haben und mit Sicherheit nicht ohne Grund angeboren sind.
Bei bestimmten Kindern vergrößern sich diese Mandeln und bei anderen nicht. Die Gründe dafür liegen in der angeborenen Veranlagung eines jeden Menschenkindes. Bei der Entstehung der beschriebenen Beschwerden spielt auch die Miasmatik eine entscheidende Rolle.
Mit einer gezielten chronischen und antimiasmatischen Behandlung kann man die Beschwerden gut behandeln und mit dem richtigen Mittel in den Griff bekommen. Bei einer Operation wird nur das krankhafte Gewebe entfernt, jedoch nicht die Veranlagung zu bestimmten Erkrankungen.
Auch kann das Abwehrsystem mit Homöopathie individuell unterstütz werden und kann somit zur weiteren Verhütung von ähnlichen Erkrankungen beitragen. Das alles kann eine Operation nicht leisten.
Wie schon erwähnt, sollte der Behandlungsschritt individuell abgeklärt werden und man muss alle Vor –und Nachteile jeder Behandlung kennen, um eine Entscheidung treffen zu können.
Bei den Operationen gibt es auch Risiken. Beide Eingriffe werden in Vollnarkose durchgeführt und eine der häufigsten Komplikationen ist die Nachblutung. Bei 1-6% der Patienten stellen sich diese Blutungen ein und das stellt eine schwere Komplikation dar. Leichtere Komplikation sind Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Vernarbungen an der Öffnung zur Ohrtrompete, welche wiederum Belüftungsstörungen und Hörstörungen nach sich ziehen können (die betrifft die OP der Adenoide).
Zum Wohle des Patienten sollt immer alles getan werden um ihn gesund zu halten oder gesund zu machen.
Die homöopathische Behandlung stellt hier den ganzheitlichen Aspekt in den Mittelpunkt und nicht nur ein erkranktes Gewebe. Das Gewebe erkrankt nur, wenn der Körper dazu geneigt ist (Veranlagung) und das gilt es zu erkennen und zu behandeln.