Die monatliche Chemiekeule für's liebe Haustier

Der gefährlich einfache „Schutz“ vor Zecken / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop

Tierhalter sind von jeher bemüht ihre Tiere vor Parasiten zu schützen und somit sind Parasiten bei unseren Haustieren ist immer ein Thema. Ganz besonders natürlich in der warmen Jahreszeit.
In den letzten Jahren kam eine durch Zecken übertragbare Krankheit, die Borreliose, vermehrt in die Schlagzeilen. Auch bei unseren Haustieren wird seitdem immer häufiger die Diagnose Borreliose gestellt. Meist ist die Diagnose ein Zufallsbefund. Häufig liefern die Borreliose Tests falsche Ergebnisse. Man spricht von 50% Fehlerquote. Trotzdem steigt die Angst und der Wunsch sein Tier vor Zecken und vor den durch Zecken übertragbaren Erkrankungen zu schützen.
Der Erreger der Borreliose ist eine Spirochäte, ein schraubenförmiges Bakterium mit dem Namen Borrelia burgdorferi.
Schulmedizinisch wird seit vielen Jahren, neben, Sprays, Shampoos und Halsbändern, zu sogenannten Spot-on-Produkten geraten. Die Präparate sollen gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Milben und andere Ektoparasiten wirksam sein. Früher wurde die Gabe von Floh- und Zeckenschutz hauptsächlich für die Sommermonate empfohlen. Mittlerweile werden die meisten Tiere monatlich dieser Behandlung unterzogen.
Es handelt sich um Flüssigkeiten, die zwischen die Schulterblätter der Tiere geträufelt werden. Die Stelle wird gewählt, damit das Tier die Flüssigkeit nicht ablecken kann. Der Beipackzettel warnt vor Schleimhautkontakt bei Mensch und Tier und davor, dass sich behandelte Tiere gegenseitig ablecken.
Fipronil, Permethrin und Deltamethrin sind die am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in den unterschiedlichen Produkten der Hersteller. Gefahrstoffkennzeichnung giftig, gesundheits-schädlich, umweltschädlich.
Beim Präparat mit dem Wirkstoff Fipronil wird in den ersten beiden Tagen von Baden in Gewässern abgeraten, da Fipronil im Wasser lebende Organismen schädigen könnte. Laut Beipackzettel ist der Kontakt mit Fingern zu vermeiden und ein enger Kontakt oder das Streicheln eines frischbehandelten Tieres ist unbedingt zu vermeiden. Kinder dürfen den ersten Tag nicht mit dem Tier spielen. Allerdings - so schreibt der Beipackzettel - könnte es zum Ansaugen einzelner Zecken kommen und somit kann im ungünstigsten Fall eine Übertragung einer Infektionskrankheit nicht ausgeschlossen werden. Dies liegt daran, dass der Wirkstoff Fipronil eine längere Einwirkungszeit braucht, bis der Tod der Zecke eintritt. Bei Hunden wird in der Schulmedizin deshalb häufig der schneller wirkende, jedoch nicht weniger giftige Wirkstoff Permethrin empfohlen.
Spätestens jetzt sollte jeder Tierbesitzer sorgfältig abwägen, ob der Nutzen des Produktes das Gesundheit- und Umweltrisiko wert ist.
Ich beobachte in der Praxis immer häufiger, dass Hunde mit der schulmedizinischen Diagnose Borreliose kommen, die durchgehend mit Spot-on-Präparaten behandelt wurden. Auch die Zahl der Allergien und Hauterscheinungen nimmt zu. Ich sehe in meiner Praxis häufig generalisierten Juckreiz, bei dem die Ursache nicht zu finden ist. So verwunderlich ist diese Tatsache allerdings angesichts der nachfolgenden Erkenntnisse gar nicht.
Permethrin und Deltamethrin sind Nervengifte aus der Gruppe der Pyrethroide. Sie wirken als Kontakt- und Fraßgift. Permethrin-haltige Produkte wirken auf Katzen viel stärker als auf Hunde. Katzen fehlt ein zum Abbau des Stoffes notwendiges Enzym. Zittern, starker Speichelfluss, Krämpfe, Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Untertemperatur sind bei Vergiftungen zu beobachten.
Auch bei richtiger Dosierung sind gerade Erbrechen und Durchfall nach einer Parasitenbehandlung nicht selten zu beobachten.
In Halsbändern wirkt Permethrin vorwiegend durch seine abstoßende Wirkung auf Insekten. Permethrin löst bei Insekten den sogenannten Fuß-Rückzieh-Effekt, dadurch soll verhindert werden, dass die Parasiten auf Haustiere „aufsteigen“. Die Halbwertzeit beträgt ca. 30 Tage. Auf Vögel wirkt der Stoff kaum toxisch, während er für Fische und Bienen stark toxisch ist. Das bekannteste Produkt ist Scalibor®. Der Wirkstoff Deltamethrin ist auch in Butox®, Latroxin Delta® enthalten.
Fipronil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Phenylpyrazole und der Wirkstoffe des wohl bekanntesten Spot-on-Produktes neben Scalibor. Frontline kennt fast jeder Hundebesitzer. Aber auch in Chipco Choice®, Combat®, Maxforce® ist Fipronil der Wirkstoff. Es ist ebenfalls ein Kontaktgift mit Langzeitwirkung.
Fipronil wird auch als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln und Bioziden eingesetzt.
Fipronil soll nur bei Wirbellosen seine Wirkung entfalten. Für Säugetieren, Vögeln und Reptilien soll die Wirkung nur gering toxisch sein. Bei hohen Dosen wird jedoch gewarnt. Eine Überdosis kann auch bei Säugetieren zu tödlichen Vergiftungen führen. Fipronil soll durch die intakte Haut nicht resorbiert werden. Es reichert sich in der Epidermis und den Haarfollikeln an und wird dann auf Haut und Haare der gesamten Hautoberfläche verteilt.

Was also tun um seinen Liebling vor Zecken zu schützen. Man kann z.B. nach jedem Spaziergang seinen Hund auf Zecken untersuchen. Kommt die Katze vom Freigang zurück, kann man diese absuchen. Da sich Zecken gerne in nicht gemähten Wiesen im hohen Gras und im Wald aufhalten, hilft es, Mensch und Tier auf den Wegen zu bleiben. Zecken suchen möglichst haarlose Stellen zum Saugen und brauchen oft Stunden bis sie eine geeignete Stelle finden. Hat sich eine Zecke schon festgesaugt sollte sie so schnell wir möglich entfernt werden. Von den Borreliose-Erregern weiß man, dass sie sich im Darm der infizierten Zecke befinden und vermutlich erst nach 24 Stunden übertragen werden. Wichtig ist die Zecke nicht zu manipulieren oder Öl und Klebstoff aufzubringen, wie es früher oft geraten wurde. Unsachgemäßes Entfernen von Zecken kann aber dazu führen, dass die Zecke sich „erbricht“ und so Darminhalt der Zecke in die Stichstelle gerät. Was aber nicht zwingend auch zu einer Infektion führen muss. Nicht jede Zecke ist mit Erregern behaftet und nicht jeder Kontakt mit dem Erreger führt auch zu einer Erkrankung und nicht jede Erkrankung verläuft problematisch.

Der beste Borreliose Schutz ist schnelles und vorsichtiges Entfernen der Zecken, möglichst bevor die Zecke „angebissen“ hat. Somit sind chemische Mittel meist überflüssig, zumal sie auch nicht sicher vor einer Infektion mit Borrelia burgdorferi schützen.
Die Berichterstattung der Medien erweckt immer den Eindruck die Erkrankung Borreliose wäre gut erforscht. Diagnose und Therapie wären Routine und der Übertragungsweg klar.
Borrelien wurden auch schon in Mücken, Flöhen, Zecken und Milben gefunden. Die Gefahr einer Ansteckung wird hier allerdings als sehr gering angesehen, das bei diesen Tieren beim Saugen nicht zu einer Darmentleerung kommt.
Eine Studie in der Schweiz testet Kühe auf Borrelien-Antikörper. Rund ein Drittel der Tiere wurde positiv getestet ohne jedoch Symptome zu zeigen. Auch die Milch enthielt Antikörper.
Selbst in menschlichen Sekreten wie Tränen, Urin, Sexualsekret und Muttermilch konnten schon Borrelia Spirochäten nachgewiesen werden. Interessanterweise wurden häufig auch die Ehe- und Sexualpartner von infizierten positiv getestet. Auch die Entstehung und Herkunft der Borreliose ist unklar und es gibt die verschiedensten Theorien darüber.
Dies zeigt sehr deutlich, dass wir über den Erreger der Borreliose noch lange nicht alles wissen.
Was wir aber wissen ist, dass die Borreliose einen ähnlichen Verlauf zeigt wie die Syphilis. Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien und auch der Erreger der Syphilis gehört zu den Spirochäten.
Für die homöopathische Behandlung hat man hier einen miasmatisch wertvollen Ansatzpunkt für die Therapie und eine echte Alternative zur antibiotischen Behandlung.