Die Miasmatik in Zeiten der Pubertät

von HP Tanja Radigk

Pubertät ist die Zeit, in der Eltern anfangen schwierig zu werden, so sehen es zumindest die meisten Betroffenen.
Auch werden viele andere Dinge schwieriger oder verändern sich. Alles ist dann anders, der Körper, die Gedanken und überhaupt spielt alles verrückt.
Die Zeiten der Hormonumstellung sind auch homöopathisch gesehen eine Zeit der Veränderungen. Je nach Lebensenergie und Miasmatik läuft alles mehr oder weniger glatt.
Doch bei manchen Jugendlichen sind die Veränderungen stärker als bei anderen. Dann stellen sich plötzlich Symptome ein und manch ein Krankheitsbild entwickelt sich.
Es sind nicht nur Hauterkrankungen, wie Akne, die auftreten und den Jugendlichen das Leben schwer machen. Häufig wird durch das Einsetzen der Periode alles auf den Kopf gestellt.
Nicht immer kommt die Periode regelmäßig und schmerzlos. Häufig ist diese unregelmäßig, schmerzhaft und bringt sogar neue Symptome mit sich. Hier kommt es zu Migräne, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden oder anderen Beschwerden. Andere leiden unter starken Wachstumsbeschwerden, gerade wenn das Wachstum in kurzer Zeit sehr ausgeprägt ist.
Knochenschmerzen und Eisenmangel können die Folge sein.
Aber gerade Hautbeschwerden (Akne) sind für die Jugendlichen am schwersten zu ertragen. Das soll weg und ganz schnell aufhören. Immerhin sind das Beschwerden, die jeder sehen kann und das eigene Äußere ist in dieser Zeit besonders wichtig. Da will man nicht in einer Haut stecken, die nicht richtig zu einem selbst gehört. Man fühlt sich nicht mehr wohl in der eigenen Haut und die eigene Identität gerät ins Wanken.
Hier kann man homöopathisch gut therapieren und sollte es auch tun.
Die Pubertät oder auch andere hormonelle Umstellungsphasen (Wechseljahre, etc.), sind Zeiten, in denen die Miasmatik aus einer latenten Phase in eine akute wechseln kann.
Gerade wenn Symptome sich zu echten Krankheiten entwickeln und dauerhaft bleiben, haben wir es mit einem aktiven Miasma zu tun.
Leichte Beschwerden in dieser Zeit vergehen oft von allein oder pendeln sich selbstständig ein.
Aber sobald man einen chronischen Verlauf erkennen kann, besteht die Möglichkeit einer miasmatischen Behandlung.
Nur die Haut mit unterdrückenden Salben und Cremes zu behandeln, ist genauso unnütz, wie die unregelmäßige Periode mit der Pille zu einer Regelmäßigkeit zu zwingen.
Hier sind tiefere Gründe der Anlass und diese lassen sich nicht mit Hilfe von oberflächlichen Therapien heilen. Wird die Pille abgesetzt oder die Creme nicht mehr verwendet, dann treten die Symptome ungeheilt wieder an die Oberfläche.
Diese Art der Unterdrückung kann auch eine Krankheitsverschiebung auslösen. Wenn eine Hauterkrankung nur unterdrückt wird, kann es zu anderen Krankheiten kommen.
Diese können noch schwerwiegender sein und den Patienten schwer beeinträchtigen.
Hier lohnt sich der Blick durch die homöopathische Brille und man sollte dem Gedanken folgen, dass sich nichts aus nichts entwickelt. Alles hat einen Grund und hier ist es die Veranlagung zu bestimmten Erkrankungen, welche mit gleichem tiefen Verständnis begegnet werden sollte.
Das heißt, eine individuelle Behandlung unter Berücksichtigung aller Symptome des Patienten.
In der Pubertät meldet sich oft die zugrunde liegende Miasmatik und wird sehr aktiv.
Diese bringt man aber durch unterdrückende Behandlungen nicht zur Heilung.
Das eigene Miasma bleibt solange aktiv, bis es mit dem passenden Mitteln beruhigt wird und nur dann erfährt der Patient tiefe Heilung und Verbesserung seiner Symptome.