Arnica & Co.: Arzneien bei Verletzungen

Selbstbehandlung von Verletzungen mit Arnica und hilfreichen Tipps.
Verletzungen sind nicht nur schmerzhaft, sie können auch Folgeerscheinungen mit sich bringen. Deshalb ist es wichtig, dass man im Verletzungsfall möglichst sofort handeln kann. Da der Auslöser bei der Verletzung bekannt ist, besteht auch keine größere Gefahr für Patienten, die sich selbst behandeln. Wichtig ist allerdings, dass man die Verletzungsmittel nicht über einen langen Zeitraum einnimmt, da man sonst Symptome des Mittels entwickeln kann.
Arnica C 200 sollte man immer im Hause, bzw. bei sich haben. Dieses Mittel kann in allen Verletzungssituationen gegeben werden. Seien es Prellungen, Schnittverletzungen, Verbrennungen, Verrenkungen, Brüche. Selbstverständlich kann Arnica einen Bruch nicht heilen, aber in der Erstversorgung, direkt am Unfallort kann es dafür sorgen, dass die Blutung schneller aufhört und starke Schwellungen erst gar nicht auftreten, so dass sich die Versorgung beim Fachmann einfacher gestaltet.

Erste Hilfe: Arnica
Arnica sollte bei Verletzungen immer zuerst gegeben werden. Man gibt einfach 2 Kügelchen und wartet, was passiert. Stellt sich sofort Linderung ein (innerhalb von 5-10 min.), gibt man nichts mehr. Werden die Beschwerden stärker oder halten an, kann man das Mittel alle 15 min. wiederholen. Länger als eine Stunde sollte man diese Prozedur allerdings nicht vornehmen. Falls es sich um Verletzungen handelt, die den Kopf oder andere wichtige Bereich betreffen, sofort zum Arzt/Therapeuten Ihres Vertrauens gehen bzw. den Notarzt rufen! Kam es zu einem Stoß der Weichteile – Brust, Hoden, Bauch – kann man Bellis perennis, das Gänseblümchen, einsetzen. Gerade Stöße in die weibliche Brust oder etwa Mammographien (die auch eine Verletzung, nämlich eine Quetschung darstellen) sollten sofort mit einer Gabe Bellis C 200 (2 Kügelchen) behandelt werden, um miasmatische Folgeerscheinungen wie oben beschrieben zu vermeiden.
Bei Schürfwunden und Schleimhautverletzungen kann man Calendula C 200, 2 Kügelchen, einsetzen. Stich- und Schnittverletzungen werden mit Staphisagria C 200, 2 Kügelchen, behandelt (zusätzlich Reinigung und Verband). Bei offenen Verletzungen soll die Wunde ruhig erst etwas bluten, damit sie sich selbst reinigt, dann kann man ein paar Tropfen Calendula-Tinktur in lauwarmes Wasser geben und entweder den verletzten Bereich darin baden oder Kompressen mit der Lösung daraufgeben.

Bei Verbrennungen: warmes Wasser, nicht kaltes
Bei kleineren Verbrennungen versuchen Sie es doch mal mit Hahnemanns Vorgehensweise: Halten Sie das verbrannte Körperteil in etwa 40° warmes Wasser und warten Sie bis das Wasser langsam abgekühlt ist. Im Gegensatz zur Therapie mit kaltem Wasser bleibt die Durchblutung zum Abtransport der Hitze erhalten, die Haut löst sich nicht so schnell. Durch kaltes Wasser schreckt man ja gemeinhin Eier ab, damit man sie besser schälen kann – bei verbrannter Haut tritt der gleiche Effekt auf, ist aber natürlich unerwünscht. Mit warmem Wasser hingegen werden die Schmerzen deutlich schneller gelindert - eine anfängliche Verstärkung hält nur etwa 1/2 min. an. Dazu kann man nach der Arnicagabe Cantharis C 200, 2 Kügelchen, geben.