Das Tierkinder-Programm

Vorsorgebehandlung und was man dafür hält / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Im letzen Newsletter ging es um die Schwangerschaft und die Geburt bei unseren Tieren und um die homöopathischen Möglichkeiten einzugreifen und zu helfen.
Ist diese Hürde genommen und ein Tierkind hat das Licht der Welt erblickt hört unsere Arbeit natürlich nicht auf. Die Tierkindheit, die bei den verschiedenen Tierarten die unterschiedlichsten Bezeichnungen hat, nenne ich in diesem Artikel der Einfachheit halber Welpenzeit.
Kaum sind also die Tierkinder auf der Welt, beginnt auch schon das große Vorsorgeprogramm. Katzen und Hunde werden ab ca. dem 10. Lebenstag in 14 - tägigen Abständen entwurmt. Bei anderen Tierarten sieht es nicht anders aus. Und natürlich so schnell wie möglich, heutzutage in der Regel noch vor der Abgabe an den neuen Besitzer geimpft.
Je nach Verein oder Verband gibt es für hierfür feste Regeln die meist keine Ausnahmen zulassen. Ich kenne die Schwierigkeiten die manche Züchter haben, die lieber eine Kotprobe nehmen würden, als pauschal alle Welpen zu entwurmen oder die eine Impfung gerne zu einem späteren Zeitpunkt machen lassen möchten als vorgeschrieben, oder nur gezielt bestimmte Impfungen vornehmen lassen würden.
Beim Entwurmen wird argumentiert, dass die Mutterhündin bei der Geburt Würmer auf die Welpen übertragen könnte.
Spannenderweise wird ja die Mutterhündin regelmäßig entwurmt und auch kurz vor der Geburt. Da stellt sich schon die Frage wie eine Übertragung von der Mutter auf die Welpen passieren kann, wenn die Mutter vorab entwurmt wurde. Eine Züchterin erklärte es mir einmal so, dass sich die Würmer im Körper der Mutter „verstecken“ würden. Ob die Wurmkuren vielleicht gar nicht wirksam sind, wenn die Würmer es dann doch schaffen, sich im Wirtskörper zu verstecken oder ob Wurmbefall vielleicht ganz andere Ursachen hat ist hier die Frage.
Ich habe vor einigen Jahren einen Wurf Welpen betreut und wir hatten im Alter von ca. 14 Tagen eine Kotprobe genommen. Diese war negativ, ja das gibt es:-). Im Alter von ca. 4,5 Wochen wurde eine erneute Kotprobe genommen und es wurde ein leichter Spulwurmbefall festgestellt. Da nicht eindeutig zu klären war, von welchem Welpen die Proben stammten, wurden auf Wunsch der Besitzerin, alle Welpen mit einem Welpenwurmmittel entwurmt. Ich habe einen Hund aus diesem Wurf:-). Seit damals hat er nie wieder eine Wurmkur bekommen bzw. gebraucht und das obwohl er in der Hauptsache roh gefüttert wird.
Der erfahrene Homöopath weiß auch, dass es kein Zufall ist ob ein Welpe gut gedeiht, zu schnell, zu langsam wächst, einen schwierigen oder gar verspäteten Zahnwechsel hat oder gar mit Missbildungen zur Welt kommt.
Gerade bei Kleinhunderassen sieht man sehr häufig, dass bei den Reißzähnen die Milchzähne noch stehen und der bleibende Reißzahn daneben schon voll durchgebrochen ist. Natürlich sind dies miasmatische Symptome. Wie im letzen Newsletter schon beschrieben sind Tierkinder gesundheitlich keine unbeschriebenen Blätter, sondern vorbelastet durch die miasmatische Belastung ihrer Eltern. Die Erkrankungen hinterlassen in den Nachkommen ihre Spuren, auch wenn der Mensch die Elterntiere ausgesucht und die Familienplanung übernommen hat. Zu enge Verwandtschaft und Inzucht können z.B. ähnliche Symptome wie das syphilitische Miasma hervorbringen. Natürlich werden Miasmen nicht nur vererbt sondern auch erworben. Das Impfen beim Welpen kann dazu führen, das wir Symptome der erworbenen Vakzinose als Folgen der Impfungen. Allen voran Allergien, Hautgeschehen und Warzenbildung bis hin zu Tumorerkrankungen.
Der Einsatz von Medikamenten wie Wurmkuren, Antibiotika und Cortison kann schon beim Welpen zu iatrogenen (durch Medikamente und andere ärztliche Maßnahmen ausgelöste Erkrankungen) Erkrankungen führen.
Voll im Trend sind ja zurzeit die Frühkastrationen der Hündinnen um Mamatumoren vorzubeugen, ungeachtet all der negativen Auswirkungen dieses Eingriffs. Als Ursache dieser Tumorform sollte die Vakzinose beachtete werden.
Tierkinder bekommen zwar keine Kinderkrankheiten wie wir sie von unseren Menschenkindern her kennen. Jedoch gibt es artabhängig verschiedene Erkrankungen die vermehrt im jungen Alter auftreten und selten oder gar nicht bei Erwachsenen Tieren vorkommen. Ein schönes Beispiel ist die Staupe. Sie kann bei Hunden, Mardern, Stinktieren und Robben auftreten. Der Erreger ist mit dem vom Mensch bekannten Masernvirus verwandt und befällt Hunde meist im Welpenalter bis etwa 6 Monate.
Es gibt verschiedene Verlaufsformen mit unterschiedlich ungünstigen Prognosen. Die Viren befallen auch die für die Zahnbildung zuständigen Zellen. Nach überstandener Infektion sieht man häufig bei dem Hund ein Staupegebiss, welches durch ausgedehnte Defekte des Zahnschmelzes der Hunde gekennzeichnet ist. Die Zähne sind bräunlich verfärbt. Statt nun einen solchen Hund zur Zucht zuzulassen, immerhin hat er eine Staupeinfektion überlebt und kann diese Kraft an die Nachkommen weitergeben, die Genetik ist in diesem Punkt repariert, werden diese Tiere von der Zucht ausgeschlossen.
Auf den Ausstellungen auf denen man die entsprechenden Rassestandarts erfüllen muss um eine Zuchtzulassung zu erhalten, gilt ein Staupegebiss als Ausschlusskriterium. Stattdessen wird lieber gegen die Staupe geimpft und die mittlerweile durch die öffentliche Diskussion um die Schweinegrippe allseits bekannten Nebenwirkungen in Kauf genommen. Zudem weiß der Homöopath, dass Kinderkrankheiten das genetische Reparaturprogramm der Lebenskraft sind. Sie sind wichtig und verlängern das Leben der Nachkommenschaft und versetzen diese in die Lage dies wieder an die Nachkommen weiterzugeben (siehe Newsletter Nr. 3 vom September 2006).