Wenn die Gebärmutter weint

Menstruationsbeschwerden aus homöopathischer Sicht / von Dr. med. Sybille Freund
Im Allgemeinen geht es mit elf bis 15 Jahren los – mit der Menstruation. Sie kommt alle drei bis vier Wochen, wird von der einen Frau als Reinigung wahrgenommen, von der anderen als lästiges Übel. Manche Frauen leiden unter der Periode auch wirklich stark. Sie bluten zu häufig (vielleicht alle 2 Wochen), zu stark (brauchen alle halbe Stunde einen neuen Tampon oder eine neue Binde), zu lange, zu schwach oder gar nicht. Sie haben starke Schmerzen, so stark, dass sie ohnmächtig werden, sich übergeben oder womöglich in´s Krankenhaus eingeliefert werden, weil die Schmerzen für andere, z.B. Blinddarmschmerzen gehalten werden. Die Periode kann auch mit Kreislaufstörungen, Durchfällen, Herpesbläschen und anderen Erscheinungen einhergehen. Menstruationsstörungen sind sehr vielfältig.
Manchmal ist es nur der Stress, der dazu führt, dass die Periode ausbleibt. Bekannt ist aber auch folgendes Phänomen: „die Gebärmutter weint“ – manche Frauen reagieren in Situationen, in denen sie starkem Kummer ausgesetzt sind, mit heftigen Blutungen. Auch Zwischenblutungen können, besonders in der Zeit des Eisprungs, auftreten, wenn eine besondere Belastungssituation vorliegt. Diese Störungen gehen meist von selbst vorüber und bedürfen keiner Therapie. Halten die Störungen über längere Zeit an, sollte man mal beim Frauenarzt vorbei schauen und kontrollieren, ob irgendwelche organischen Veränderungen vorliegen. Es kann z.B. sein, dass ein Myom entstanden ist, das zu stärkeren Blutungen führt. Ein Myom ist eine gutartige Gewebsneubildung, die bei relativ vielen Frauen auftritt. Wenn die Blutungen eher gering sind, kann z.B. auch eine Hormonstörung vorliegen, die durch eine Blutentnahme festgestellt werden kann. Es gibt im weiblichen Körper übrigens einen sehr interessanten Zusammenhang, den nicht viele Menschen kennen: Genitalbereich, Brüste und Schilddrüse arbeiten zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Man sollte also bei Menstruationsstörungen auch immer mal einen Blick auf die Schilddrüse werfen.
Wenn alle Untersuchungen gelaufen sind und nichts besonders Gravierendes gefunden wurde, ist gerade die Homöopathie sehr geeignet zur Behandlung von Menstruationsstörungen und auch von Hormonstörungen. Hier kann man doch viel verändern, ohne dass größere Eingriffe wirklich nötig werden. Selbst Myome und auch Polypen lassen sich häufig erfolgreich behandeln. Man kann unter Umständen um eine Operation herumkommen. Das sollte allerdings immer in Rücksprache mit dem Gynäkologen geschehen. Glücklicherweise sind die schulmedizinischen Kollegen der Homöopathie gegenüber immer aufgeschlossener und wenn es nur nach dem Motto ist: Probieren Sie´s halt, schaden kann es ja nicht. Bei organischen Veränderungen wie Myomen, Polypen, Zysten etc. bitte ich die Patientin gerne, den Gynäkologen zu fragen, ob wir der Homöopathie eine Chance geben können und eine Operation noch 6-9 Monate warten könnte. Meist reagieren die Kollegen dann positiv. Bei organischen Veränderungen sollte man sich diese Zeit nehmen. Die Veränderungen haben sich über längere Zeit gebildet und werden auch längere Zeit brauchen, um wieder zu verschwinden. Auch Hormonstörungen brauchen manchmal mehrere Monate bis sie reguliert werden können. Andererseits gibt es auch Fälle, in denen die Periode plötzlich aussetzt, weil die Patientin einen Schreck hatte oder unterkühlt war o.ä. In diesen Fällen kann die Homöopathie innerhalb weniger Stunden oder Tage wirken.
Es kann dann unter der homöopathischen Therapie auch mal zu Zwischenblutungen kommen, die nicht erschrecken sollen. Sie sind einfach Zeichen der hormonellen Umstellung. Auch kann mal eine Erkältung mit langwierigem Schnupfen oder ein Ausfluss auftreten, wenn homöopathisch behandelt wird. Wichtig ist dann nur zu wissen, dass es sich um eine Heilreaktion handeln kann. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sein sollten, fragen Sie einfach Ihren Therapeuten. Ein Fehler wäre, in einer homöopathischen Behandlung etwas gegen z.B. den auftretenden Schnupfen zu tun. Er stellt möglicherweise ein Ventil dar, das man nicht verschließen sollte.