Da kriegt man ja die Masern!

Wie behandelt man die Kinderkrankheit? / von Dr. med. Sybille Freund
Seit einiger Zeit liest man in den Zeitungen immer wieder, dass die Masern umgehen. Begonnen hat die diesjährige „Epidemie“ (es handelt sich immer nur um relativ geringe Fallzahlen, weswegen der Begriff Epidemie ein bisschen überzogen wirkt) in Salzburg, dann gab es Fälle in Baden Württemberg und letztlich in Rheinland Pfalz. Viele Menschen haben Angst vor den Masern. Sie haben ihre Kinder impfen lassen und nehmen an, dass sie dadurch geschützt seien. Andere wiederum haben keine Angst und behandeln ihre Kinder möglicherweise sogar selbst homöopathisch.
In der Tat kann man die Masern homöopathisch behandeln, wenn es notwendig ist. Wir hatten deshalb anlässlich der Masern in diesem Jahr etwa 1300 Therapeuten aufgefordert, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen. Wir erhielten einige Rückmeldungen, allerdings enthielten die meisten die Aussage, dass es in der jeweiligen Region keine Masernfälle gab. Ein Kollege jedoch hatte in den letzten drei Monaten 20 Masernfälle in seiner Praxis.
Aus seiner Antwort hier ein paar Auszüge:
„ ...Von all meinen Masernfällen habe ich 14 ohne jegliche homöopathische Mittel behandelt. Wie immer bei Kinderkrankheiten kann der Körper mit dieser Krankheit problemlos umgehen solange man der Krankheit ihren Lauf lässt.
Sobald man aber das Fieber oder die Augenentzündung "behandelt" kommt der Ausschlag nicht richtig nach aussen und die Masern gehen auf innere Organe.

In allen 8 Fällen, die ich mit homöopathischen Mitteln behandeln musste, war zuvor am Fieber oder den Augen herumgebastelt worden - mit homöopathischer Selbstbehandlung oder fiebersenkenden Mitteln. In diesen 8 Fällen brauchte es dann die korrekten homöopathischen Mittel (zum Teil bis zu 3 verschiedene) um diese Masern zu behandeln. ...
Die beste Behandlung, die es aber gibt, ist definitiv Bettruhe und liebevolle Pflege ohne jegliche Medikamente. ...Unser Körper braucht diese Masern und darum sollten wir, bis auf Notfälle, keine Arzneimittel verschreiben, sondern beratend zur Seite stehen und den Krankheitsverlauf kennen, damit wir merken, wenn etwas schief läuft und dann entsprechend handeln. Ich halte mich seit nun 15 Jahren in der Praxis daran und habe bei all dem Masern, Mumps oder anderen Kinderkrankheiten so nur sehr positive Erfahrung mit Kinderkrankheiten machen dürfen.“
Wie man an diesem Beispiel sieht, hilft sich der Körper meist selbst sehr gut. Fieber ist in diesem Zusammenhang ein Werkzeug der Immunabwehr und sollte nicht sofort negativ bewertet oder behandelt werden. Drückt man das Fieber runter, können Komplikationen auftreten, die dann wirklich eine Behandlung erforderlich machen.
Bei Erkältungskrankheiten ist es übrigens das gleiche Spiel. Auch sie sollte man lieber nicht medikamentös behandeln, sondern sich ins Bett legen und ordentlich auskurieren, solange keine außergewöhnlichen Komplikationen auftreten.