Das neue Pharma-Wunder?

Gardasil wird als Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gepriesen - was ist davon zu halten?
Laut Zeitungs-, Radio- und Fernsehmeldungen haben wir endlich ein Mittel gegen Krebs gefunden! Eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs! Stimmt das?
Bislang wird angenommen, dass HPV-Viren, die Genitalwarzen auslösen und durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, auch Gebärmutterhalskrebs auslösen können (ein eindeutiger Beweis dafür liegt noch nicht vor).
Gardasil (so der Name des Mittels des amerikanischen Herstellers Merck Pharma) wird nun als Impfstoff gegen die HPV-Viren (und damit auch gegen Gebärmutterhalskrebs) propagiert. Es wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA aufgrund von vier Studien zugelassen. Merkwürdig ist aber zunächst, dass von diesen Studien bislang nur Auszüge veröffentlicht wurden. Schaut man sich diese Auszüge näher an, stößt man auf weitere Merkwürdigkeiten: eine Gruppe von Testpersonen wurde mit Gardasil geimpft, eine zweite erhielt zur Kontrolle ein Placebo-Mittel.
Zwar bildeten sich nach der Impfung bei der Gardasilgruppe deutlich weniger Warzen als in der Placebogruppe. An Krebs erkrankte allerdings bisher keine einzige Testperson, egal in welcher Gruppe. Man kann also zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob diese Impfung schützen kann. Möglicherweise bildet sie sogar ein Einfallstor für folgenschwere Entwicklungen.
Bislang nimmt man an, dass 13 HPV-Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Gegen vier davon soll die Impfung immunisieren. In der Medizin kennt man jedoch das Phänomen, dass ein Impfschutz gegen den einen Erreger dem anderen erst den Raum zum Ausbruch verschaffen kann. Auch Gardasil bekämpft nur vier der 13 HPV-Viren. So kann es passieren, dass Viren aus der Gruppe der übrigen neun den Raum der vier bekämpften einnehmen. Handelt es sich um „Hochrisikoviren“ bezüglich Gebärmutterhalskrebs, könnten diese nun ungehindert schalten und walten und zu weit schlimmeren Erkrankungen führen. Gerade von den Viren Nr. 6 und 11, gegen die geimpft wird, nimmt man an, dass sie agressivere „Kollegen“ am Ausbruch hindern.
Zudem ist noch nicht geklärt, wie lange der Impfschutz überhaupt anhält. Die Viruserkrankung droht bei älteren Frauen eher chronisch zu werden als bei jungen Frauen, wo sie oft folgenlos ausheilen kann. Daher könnte die Verschiebung des Erkrankungszeitpunktes ins höhere Alter sogar zu einer Häufung des Gebärmutterhalskrebses dieser Altersgruppe führen.
Ein weiteres Problem dürfte sein, dass die Motivation, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, sinken wird (“Ich bin ja geimpft!“).
Diese und andere noch offene Fragen lassen Vorsicht in Sachen Gardasil und ähnlichen Impfstoffen angeraten sein. Erst wenn die Wirksamkeit tatsächlich erwiesen ist und die Nebenwirkungen und Folgen der Impfung umfassend bekannt sind, ist ein zuverlässiges Urteil über Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs möglich. Bis dahin bleibt der beste Schutz gegen eine HPV-Infektion die Verwendung von Kondomen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

www.individuelle-impfentscheide.de/index.php?option=com_content&task=view&id=23&Itemid=1

www.arznei-telegramm.de/register/D4977DR.pdf