Es kommt anders als man denkt

Entbindungsvorbereitung und Homöopathie / von Dr. med. Sybille Freund
Während der Schwangerschaft hat die werdende Mutter viel Zeit, sich auf die Entbindung vorzubereiten. Da werden Zimmer eingerichtet, Kinderkleidung gekauft oder gestrickt, manche angehenden Eltern suchen schon Kindergärten aus oder überlegen sich, wie die Schulbildung des neuen Erdenbürgers aussehen soll. Aus medizinischer Sicht werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Es wird geprüft, ob das Ungeborene sich gut entwickelt, ob der Blutzucker, der Blutdruck, die Nieren der Mutter u.a. von der Schwangerschaft beeinflusst werden. Später wird die Geburt durch „Geburtskurse“ vorbereitet, damit die Frauen vertrauensvoller auf diesen großen Augenblick zugehen können.
In dieser Phase ist eine homöopathische Betreuung grundsätzlich wünschenswert. Das Neugeborene wird schon kleine oder größere Päckchen zu tragen haben, wenn es auf die Welt kommt. Diese Päckchen zu verkleinern ist ein zusätzliches Anliegen des homöopathischen Therapeuten, wenn er die Mutter in der Schwangerschaft behandelt. Jede Behandlung der Mutter, die auch unter dem Aspekt der Miasmatik durchgeführt wird, wird förderlich für die Gesundheit des Kindes und auch für die Entbindung sein. Wenn ich schreibe „jede“ bedeutet das: jede sinnvolle, durchdachte Behandlung. Für nicht durchdacht halte ich dagegen etwa Behandlungen, die darauf aus sind, die Geburt vorzubereiten und nach einem Schema ablaufen. Z. B. Caulophyllum D 6, täglich 3 x 5 Globuli. So etwas bezeichnet man als „Rezeptverordnung“. Es ist eine Verordnung, die „man so macht“. Hier wird nicht individualisiert, weshalb ich von diesem Vorgehen abraten würde. Die Individualisierung ist wichtig. Was bedeutet dieser Ausdruck? Es ist wichtig zu schauen, welche Beschwerden die Patientin hat, wodurch sich die Beschwerden bessern oder verschlechtern und wie sie sich genau äußern. Auch ist wichtig zu bedenken, was vor den Beschwerden war etc. Die Therapie sollte also individuell abgestimmt sein.
Ein anderer Aspekt der Vorbereitung scheint mir auch wichtig: Informieren Sie sich über Impfungen! Lesen Sie frühzeitig, erkundigen Sie sich frühzeitig. Sobald „das Kleine“ da ist, geht alles so schnell und Sie könnten sich von der Informationsflut, die nun auf Sie zukommt, überrollt fühlen. Sie wollen sich schließlich dem Kind widmen und das erfordert schon Aufmerksamkeit genug.
Das Thema „Impfen“ kann Sie in eine Situation bringen, in der Sie sich „zwischen den Stühlen“ fühlen werden. Deshalb kann ich nur dazu raten, schon Monate vor der Entbindung zu lesen, zu fragen und sich einen eigenen Standpunkt zu erarbeiten.
Eine gute Vorbereitung ist viel Wert!