Tierische Depressionen

von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Das Thema dieses Newsletters ist Depression und Geistes- und Gemütskrankheiten. Man sollte meinen, unsere tierischen Mitbewohner wären vor solchen menschlichen Emotionen und Erkrankungen sicher.
Leider sind auch in der Tiermedizin psychische Erkrankungen bekannt. Die Verordnung von Psychopharmaka ist in der tiermedizinischen Behandlung keineswegs eine Seltenheit.
Gemütserkrankungen werden in der Tiermedizin pauschal als Verhaltensstörungen bezeichnet. Einige Ursache dieser Verhaltensstörungen sind häufig falsche oder schlechte Haltungsbedingungen, Erziehungsfehler, mangelnde oder schlechte Erfahrungen in der Sozialisationsphase. Aber auch Qualzuchten und hirnorganische Störungen können zu Verhaltensstörungen führen.
Ganz wichtig ist hier aber auch die Differenzierung zwischen einer wirklichen Verhaltensstörung und einem störenden Verhalten. Nicht jedes unerwünschte Verhalten ist also gleich eine Verhaltensstörung. Viele Verhaltensweisen der einzelnen Tierarten sind völlig normal und der Art entsprechend erschweren aber das Zusammenleben mit uns Menschen.
Leider wird auch hier oft zur Tablette gegriffen oder nach einem helfenden homöopathischen Mittel gefragt, anstatt das jeweilige Tier seiner Art entsprechend zu halten, auszulasten und dem jeweiligen Tier die menschlichen Spielregeln zu erklären, sprich es zu erziehen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die Stimmungsübertragungen durch den Halter. Tiere passen sich gut an den Rhythmus ihres Menschen an. Schlafen, wenn auch der Mensch schläft, sind aktiv, wenn auch der Mensch aktiv, synchronisieren sich also mit ihrem Rudel.
Besonders Hunde achten sehr genau darauf, was ihr Mensch tut und nehmen ihren Menschen als Vorbild. Viele Ängste und einige störende Verhaltensweisen sind angelernt oder unbewusst anerzogen durch die Besitzer. Hier hilft dann weniger die homöopathische Behandlung, als eine Verhaltenstherapie von Mensch und Hund.
Hyperkinesen, Zerstörungswut, Hyperaktivität und Neurosen sind auch bei unseren Haustieren bekannt. Leider ist es nicht immer möglich festzustellen, ob es sich um metastasierte (von der körperlichen Ebene auf die geistige Ebene gewanderte) Körperkrankheiten oder exogene Erkrankungen handelt. Häufig haben gerade solche Tiere schon einen häufigen Besitzerwechsel hinter sich und es ist keine lückenlose Anamnese möglich.
Winterdepressionen sind mir bei Tieren zwar nicht bekannt, wenn gleich auch viele Tiere Winterruhe oder Winterschlaf halten. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen pathologischen Vorgang, sondern um ein ganz normales artbiologischer Verhalten.
Trotzdem sind mir einige Fälle bei Tieren bekannt, die auf Grund der recht typischen Symptome auf eine Depression schließen lassen. So betreute ich ein Katzenpärchen. Beide Tiere waren kastriert und wurden schon gemeinsam aus dem Tierheim übernommen. Im Alter von ca. 12 Jahren starb der Kater an einem Nierenversagen. Daraufhin wollte die zurückgebliebene Katze nicht mehr fressen, lag nur noch apathisch in einer Ecke, verkroch sich oft und ging auch nicht mehr nach draußen. Diese Phasen wechselten sich mit großer Unruhe, umherlaufen und lautem miauen ab. Die besorgte Besitzerin brachte die Katze zum Tierarzt, der aber organisch nichts finden konnte. Auch durch die tierärztlichen Medikamente verbesserte sich der Zustand der Katze nicht. Zu diesem Zeitpunkt kontaktierte die Dame mich dann und bat um eine homöopathische Behandlung. Nach einigen Wochen was das Kätzchen wieder gesund und munter.





Tierheilpraktikerin Christine Stroop ist Mitglied des Vorstands der DGMH und regelmäßige Autorin für den Newsletter.