Alles ganz easy?

Homöopathie und Eigenbehandlung / von HP Tanja Radigk
Die Homöopathie ist einfach, für jeden geeignet und leicht selbst anzuwenden. Das verspricht zumindest jeder Artikel, in dem über die Eigenbehandlung mit homöopathischen Arzneien geschrieben wird.
Ständig kann man diese Berichte finden und bekommt sofort für jedes Problem ein passendes Mittel an die Hand. Diese sind kinderleicht einzunehmen und natürlich völlig ohne Nebenwirkungen. Gerne werden aktuelle Probleme aufgegriffen z.B.: Nervöse und zappelige Kinder oder alles für Haut und Haare oder man kann seinem Liebesleben auf die Sprünge helfen.
Alles ganz einfach. Alles ohne Nebenwirkungen. Doch leider (oder zum Glück ) gibt es in der Homöopathie keine Kochrezepte, welche einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt werden. Nicht umsonst machen Homöopathen eine langjährige Ausbildung und verbringen viele Stunden ihres Lebens mit dem Studium über der Lehre von Samuel Hahnemann.
Ich finde, hier wird es schon fast gefährlich für den Laien. Da werden nicht nur Berichte in Zeitschriften veröffentlicht, sondern auch Vorträge über die Eigenbehandlung gehalten. Da werden schnell Mittel empfohlen ohne den Menschen wirklich ganz individuell zu behandeln.
Das ist keine Homöopathie! Homöopathie ist eine individuelle Therapie, welche auf dem Ähnlichkeitsgesetz basiert und immer den ganzen Menschen in Betracht zieht.

Es gibt natürlich einfache und akute Verschreibungen in der Homöopathie – z.B. bei Folgen von Insektenstichen, einfachen Verletzungen, Sonneneinwirkungen, usw. Aber auch hier sollte man schon gut unterscheiden können, um einen genaue Behandlung einleiten zu können. Hier stehen viele Mittel für Verletzungen zur Verfügung oder für die Folgen von Sonneneinwirkung und der Laie hat dann schon Probleme das passende zu finden.

Auch für Patienten, die sich in einer chronischen Behandlung befinden, ist die Eigenbehandlung ausgeschlossen. Da können während der chronischen Behandlung akute Beschwerden auftreten, welche wichtig für den Heilungsverlauf sind. Diese werden dann vom Laien als akutes Problem, mal eben selber behandelt und der Therapeut muss dann diese Verwirrung wieder in geordnete Bahnen lenken.

Homöopathie ist nicht einfach und auch nicht einfach mal so anzuwenden. Man muss diese Artikel sehr kritisch sehen. Eine individuelle Therapie mit Aussicht auf wirkliche und tiefe Heilung stellen sie auch nicht dar.
Jeder Mensch reagiert individuell und muss auch so behandelt werden und zwar im Sinne Hahnmanns und nicht im Sinne einer allgemeinen getroffenen Aussage zu einem Symptom.
Hier spielen auch miasmatische Aspekte eine Rolle. Jeder Mensch reagiert auf Krankheiten sehr speziell und jeder Mensch reagiert anders.
Ob sich jemand schnell erkältet, eine Wundheilungsstörung hat, bei jedem Wetterwechsel Kopfschmerzen bekommt oder ob ein Kind eine Neigung zu Mittelohrentzündungen hat u.s.w.
Das alles ist auch eine Frage der Miasmatik, welche ganz individuell hinter jedem Patienten steht und ihn auf seine Art erkranken lässt.
Jeder Patient reagiert auf Krankheiten mit einem eigenen Muster. Wie z.B. schnell hohes Fieber, Durchfall bei jeder Aufregung oder Hautausschlag auf Nahrungsmittel.
Was wie eine akute Krankheit aussieht, ist häufig ein festgelegtes Muster des aktiven Miasmas und der damit verbundenen Reaktionsmöglichkeit des Körpers.

Nicht selten treten diese akuten Phänomene immer wieder im selben Schema auf und sind eigentlich ein akutes Auflodern einer chronischen Krankheit.
Hier können akute Arzneien schnelle Linderung bringen, jedoch reichen sie nicht aus um tiefe Heilung zu bewirken. Aber auch das sollte man einem Fachmann überlassen und nicht einer pauschalen Aussage in einem bunten Heft.