Epidemische Krankheiten

Akute Erkrankungen aus homöopathischer Sicht / von HP Patricia Wolf
In der Homöopathie werden zwei Arten von Krankheiten unterschieden:
1. Die akuten Krankheiten: dies sind Krankheiten, die der Organismus von selbst (manchmal auch unter größeren Schwierigkeiten) wieder aus sich heraus schaffen kann. Dazu gehören z.B. Erkältungskrankheiten, Entzündungen usw.
2. Die chronischen Krankheiten: im homöopathischen Sinne bedeutet chronisch nicht, dass die Krankheit schon eine längere Zeit besteht. Es bedeutet, dass bei diesen Erkrankungen der Organismus nicht in der Lage ist, die Krankheit wieder heraus zu schaffen. Die einzige Möglichkeit, die er hat, ist, sie möglichst weit an die Peripherie, an möglichst lebensunwichtige Stellen des Körpers zu treiben und sie damit in Schach zu halten. (Mehr hierzu finden Sie auf unserer Webseite www.dgmh.org).

keine Chance mit Schema „f“
Zu den akuten Krankheiten gehören auch die sogenannten epidemischen Krankheiten. Dies sind ansteckende Krankheiten, die in Epidemien auftreten, wie z.B. Kinderkrankheiten, echte Grippe, Magen-Darm-Infektionen usw.
Auch hier muss, wie bei allen anderen Erkrankungen, die man homöopathisch behandeln will, eine strenge Individualisierung erfolgen. D.h. eine simple Verordnung nach Schema „f“, wie z.B. Scharlach > man nehme Belladonna oder Magen-Darm-Infekt > man nehme Arsenicum album, wird in vielen Fällen zu Enttäuschungen führen.
Auch wenn auf den ersten Blick jeder unter der gleichen Erkrankung leidet, findet man bei jedem Patienten individuelle Symptome, die der nächste so nicht hat. Und diese Individualität muss unbedingt berücksichtig werden.
Oftmals kann man feststellen, dass eine große Anzahl der Erkrankten bei einer Epidemie relativ sehr ähnliche Symptome aufweisen und das gleiche Mittel hilft. Dies nennt man in der Homöopathie den Genius epidemicus, den roten Faden, der sich durch die entsprechende Epidemie zieht. Hat man diesen gefunden, ist es leicht, damit auch Prophylaxe bei nicht erkrankten aber gefährdeten Personen zu betreiben. Dieser Genius epidemicus kann sich von Epidemie zu Epidemie unterscheiden. D.h. was sich dieses Jahr als Mittel bei der Grippe-Epidemie in den meisten Fällen als erfolgreich erwiesen hat, kann nächstes Jahr völlig versagen und es muss ein neues, für die entsprechende Epidemie passendes Mittel gefunden werden.
In der Homöopathie gibt es einfach keine Verschreibungen nach Rezeptbuch; dies funktioniert leider nur bei wenigen Fällen. Es muss die Individualität berücksichtigt werden.

Das kommt davon: Nachkrankheiten
Nicht richtig ausgeheilte akute Krankheiten – dies gilt eben auch und ganz besonders für die epidemischen Krankheiten können zu sogenannten Nachkrankheiten führen. Wie oft hört man Leute berichten „Seit ich die Grippe hatte...“ oder „Seit des Magen-Darm-Infekts.......“. Diese Nachkrankheiten können durch eine unterdrückende allopathische (schulmedizinische) Behandlung auftreten, aber auch durch die falsche homöopathische Therapie.

Epidemische Erkrankungen haben ihren Ursprung in den chronischen Miasmen. Das heißt, nur wenn bei jemandem ein bestimmtes Miasma aktiv ist, neigt er dazu, eine bestimmte Infektionskrankheit zu bekommen. Dies kann man immer wieder daran sehen, dass bei Epidemien bestimmte Menschen nicht an einer besonders aggressiven Magen-Darm-Grippe erkranken, obwohl sie vielleicht berufsmäßig mitten im Geschehen stehen. Bei diesen Menschen ist das entsprechende Miasma, zu dem die gerade auftretende Epidemie gehört, nicht aktiv, deswegen bleiben sie gesund.
Daraus folgt, dass die chronische miasmatische Behandlung ein wichtiger Gesundheitsschutz ist, um sich vor schlimmeren Krankheiten zu schützen.

Wie im Artikel von Sybille Freund erwähnt, gibt es auch epidemische Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Erbgut haben können, wenn sie gar nicht oder falsch behandelt werden (wie z.B. die Tuberkulose, bei der dies bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts erforscht wurde). Bei den anderen Erkrankungen, wie der echte Grippe z.B., bleibt dies weiterhin ein Forschungsfeld; auf alle Fälle können sie zu lang anhaltenden Beschwerden führen, wenn sie nicht richtig ausgeheilt wurden.