Besser als Heilen: Vorbeugen

Gesundheit fängt schon vor der Krankheit an / von Tier-HP Viola März-Kämmerer
„Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange…“ schreibt Hahnemann im § 2 des Organon.
Für Homöopathen steht außer Frage, dass es durch die Verstimmung der Lebenskraft auf Dauer zur Erkrankung des Körpers kommt. Natürlich spielt der miasmatische Hintergrund auch eine entscheidende Rolle. Wenn es jedoch gelingt, die Lebenskraft zu stärken und in Einklang zu bringen, kann der Körper gesunden und die Heilung wird möglich.
Es ist gut und wichtig, sich im Falle einer Erkrankung an eine/n gut ausgebildete/n homöopathisch arbeitende/n Behandler/in zu wenden. Denn eine unterstützende und nicht unterdrückende Behandlung trägt zur Gesunderhaltung wesentlich bei. Allein die richtige Behandlungsmethode zu wählen, reicht jedoch nicht. Gesunderhaltung setzt schon viel früher an.
Im Idealfall haben sie ihren tierischen Lebensgefährten von einem verantwortungsvollen Züchter, der bei der Auswahl der Elterntiere und in der Aufzucht schon sehr gute Grundvoraussetzungen geschaffen hat.
Ein großer Eckpfeiler zur Gesunderhaltung ist die Ernährung, dies gilt im Tierreich nicht weniger als bei Menschen. Daher sollte sich jeder Halter überlegen, ob er sein Leben lang pelletiertes, hocherhitztes und mit anderen Zusätzen versehenes Futter zu sich nehmen wollte und davon ausgeht, gesund bleiben zu können.
Die Frage nach dem Umgang mit Impfungen und Entwurmungen, Gruppen- oder Einzelhaltung, Bewegungsbedürfnis und, nicht zu unterschätzen: die geistige Förderung und Beschäftigung, sind die weiteren Grundvoraussetzungen für die rundum gesunde und möglichst tiergerechte Haltung unserer Wegbegleiter.

In der Praxis erlebe ich nicht selten, dass die eigentliche Ursache einer Erkrankung in der falschen Haltung und/oder Ernährung oder Über- bzw. Unterforderung liegt.
Ein Meerschweinchen in Einzelhaltung auf 100x40 cm gehalten; die Wellensittiche bekommen ausschließlich fertige Körnermischungen und kennen keinen Freiflug; der Hund, der zweimal am Tag für zehn Minuten an der kurzen Leine spazieren geführt wird,…
Um unsere tierischen Weggefährten wirklich gesund, zufrieden und damit auch stabil zu halten, bedarf es der Auseinandersetzung mit seinen Bedürfnissen.
Auch hier gilt. Vorbeugen ist letztlich besser als Heilen.

Viola März-Kämmerer ist Tierheilpraktikerin und Homöopathin in Neu-Isenburg und Mitglied der DGMH.