Homöopathische Arzneimittel (Teil I)

Überblick über homöopathische Arzneimittel und Potenzen
Homöopathische Mittel gibt es als Dilution (alkoholhaltige Tropfen), Globuli (kleine Zuckerkügelchen), Tabletten (aus Milchzucker), Trituration (Pulver) oder in Form von Ampullen (zum Trinken oder zur Injektion).
Was aber enthalten sie und wie werden sie hergestellt?
Homöopathische Mittel sind – entgegen der landläufigen Meinung – nicht nur Verdünnungen einer Substanz. Vielmehr handelt es sich bei der Herstellung um ein Verfahren, das die Arzneimittel, je mehr sie verdünnt und vor allem auch verschüttelt werden, um so stärker und länger wirken lässt. Gibt man einen Tropfen einer Substanz in eine Badewanne voll Wasser, so hat man wirkungsloses Wasser. Durch Verdünnen erhält man also nicht automatisch ein wirksames, potenziertes homöopathisches Arzneimittel. Erst durch das Verreiben und Verschütteln der Ausgangssubstanz kann sich die ganze Kraft entfalten. So werden Speisesalz, Kieselsäure, Gänseblümchen etc. hochpotente Heilmittel.
Bei der Herstellung spielt die Anzahl der Schüttelschläge eine große Rolle. Je häufiger verschüttelt oder verrieben wird, desto tiefgreifender wirkt das Mittel. Flüssigkeit oder Milchzucker, mit der Ausgangssubstanz verdünnt, dienen hierbei als Träger für die Information der Substanz. Durch das Verschütteln oder Verreiben kommt die Information der Ausgangssubstanz auf den Trägerstoff. Als Ausgangssubstanzen kommen Pflanzen, Tiere, Mineralien, Krankheitsabsonderungen, Arzneimittel etc. in Frage.
Alle Mittel sind in verschiedenen Potenzierungen erhältlich. Am bekanntesten sind die D- und C-Potenzen sowie die LM-Potenzen. D-Potenzen setzt man eher akut ein, C- und LM-Potenzen akut und bei der langfristigen Behandlung. Durch die schrittweise Verdünnung vermindert sich die Molekülzahl. Ab etwa der D23 / C 12 / LM4 ist kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden. Dies hat den Vorteil, dass Gifte nicht mehr ihre Giftwirkung entfalten können. Im Gegenteil: ihre heilende Wirkung steigt mit jedem Potenzierungsschritt (Potenz=Kraft).

Was bedeutet D-Potenz?
D steht für Dezimal=10. Bei den D-Potenzen beträgt das Verdünnungsverhältnis zur Ausgangssubstanz also 1:10 und es wird 10x auf eine spezielle Weise verschüttelt. Von dieser Verdünnung wird wieder 1 Teil im Verhältnis 1:10 verdünnt u.s.w., bis man den gewünschten Verdünnungsgrad erreicht hat. Eine D 6 ist 6x im Verhältnis 1:10 verdünnt und jedes Mal 10x verschüttelt worden.
Was bedeutet C-Potenz?
C steht für Centesimal=100. Die C-Potenzen werden im Verhältnis 1:100 verdünnt und zwischen den Verdünnungsschritten 100x verschüttelt.
Was bedeutet LM-Potenz?
LM ist die falsche Übersetzung von 50.000. Richtiger werden sie eigentlich als Q-Potenzen bezeichnet (Quinquagintamillesima), dieser Begriff ist allerdings nicht so gebräuchlich. Die LM-Potenzen werden in Schritten von 50.000 verdünnt und verschüttelt.