Der Sommer hat auch seine Schattenseiten...

...und das nicht nur unter einem Baum / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop

Große Hitze und starke Sonneneinstrahlung können nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Tiere gefährlich sein. Vom Sonnenbrand bis zum Hitzschlag reagieren auch unsere Tiere auf hochsommerliche Temperaturen.
Haben Tiere die Wahl, so suchen sie meist instinktiv schattige kühle Plätze auf. Manchmal jedoch haben sie nicht die Möglichkeit, der Sonne auszuweichen und dann kann es zu ernsten Symptome kommen.
Starkes Hecheln, hohe Herzfrequenz, Benommenheit, Taumeln, Schock, Bewusstlosigkeit, erhöhte Körpertemperatur bis 42 Grad, blasse oder bläuliche Schleimhäute oder Festliegen (das Tier ist nicht in der Lage, aufzustehen). Damit es nicht soweit kommt, sollten Tiere bei hochsommerlichen Temperaturen immer ungehinderten Zugang zu frischem Wasser haben und die Möglichkeit sich in den Schatten zurückzuziehen. So schön es für eine Piepmatz ist, wenn man den Käfig ans Fenster stellt, so sollte man bedenken, dass die Sonne sich bewegt und wo vor einer Stunde noch Schatten war, kann die Sonne heftig durch die Scheibe brennen. Auch Meerschweinchen und Kaninchen im Freigehege auf der Wiese brauchen unbedingt Schatten.
Besonders gefährdet sind Hunde, die ja häufig auch auf Autofahrten mitgenommen werden. Bitte lassen Sie Ihren Hund nicht an sonnigen Tagen im Auto zurück. Selbst im Schatten und bei leicht geöffneten Fenstern werden im Wagen Temperaturen erreicht, die bei Ihrem Hund zum Kreislaufkollaps führen können. Auch im Frühjahr kann das Auto zur tödlichen Hitzefalle für Hunde werden. Die Hitzeentwicklung im Auto ist nicht von der Umgebungstemperatur abhängig, sondern von der Sonneneinstrahlung!
Hunde können nur über das Hecheln für Temperaturausgleich sorgen, dass verbraucht viel Energie und Flüssigkeit. Der Hund atmet dabei durch die Nase ein und über das Maul wieder aus. Die Verdunstung findet über die Schleimhaut statt. Die Wasserverdunstung kann bis zu 200gr. pro Stunde erreichen.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund immer genügend frisches Wasser zur Verfügung hat und teilen Sie die Futterration auf mehre kleine Portionen über den Tag verteilt auf. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund bei Temperaturen über 20 °C auch auf Spaziergängen die Möglichkeit bekommt, alle Stunde zu trinken.
Der Hund hat nur im Pfotenbereich Schweißdrüsen. Die meiste Abkühlung verschafft sich der Hund durch Hecheln. Er verliert im Gegensatz zum Mensch damit allerdings keine Salze. Die erhöhte Atemfrequenz kostet jedoch sehr viel Energie. Hunde benötigen bei großer Hitze bis 20 % mehr Futter. Im Sommer können im Auto Temperaturen um 60 Grad und mehr erreicht werden. Diese Hitze kann der Hund durch Hecheln nicht mehr ausgleichen. Der Kreislauf kann kollabieren.
Durch die hohe Körperinnentemperatur kann es zur Zerstörung von Eiweißen kommen. Das Gehirn dehnt sich bei solchen Temperaturen aus. Der entstehende Druck kann Bewusstseinstrübungen und Bewusstlosigkeit hervorrufen. Durch das starke Hecheln kann es zu Erschöpfungszuständen kommen. Bei kurzköpfigen Rassen wie Mops oder Bulldoggen kann es zu einem Reizödem (Schwellung) im Kehlkopf kommen.
Auch Kühe und Pferde auf der Weide können ernsthafte Probleme bekommen, wenn sie keine Möglichkeit haben sich in den Schatten zurück zu ziehen.
Im Ernstfall sollten Sie das betroffene Tier an einen ruhigen, schattigen, gut belüfteten Platz bringen, wo es langsam abkühlen kann. Wasser zu trinken anbieten, aber nicht einflössen.
Versuchen Sie nicht, das Tier plötzlich mit kaltem Wasser abzukühlen! Das kann einen Schock auslösen. Sie können vorsichtig mit feuchten Kompressen, mit lauwarmem Wasser, an den Beinen anfangen und dann an Rumpf und Kopf weitermachen. Die Körpertemperatur darf nicht zu schnell sinken.
Senken Sie die Temperatur zu stark und zu schnell, wird der Körper mit Gegenmaßnahmen reagieren und Körperwärme produzieren. Es kommt zu Zittern und Engstellung der Blutgefäße.
Die Folgen von zu starker Sonneneinstrahlung und Hitze lassen sich sehr gut homöopathisch behandeln und helfen auch im Ernstfall dem betroffenen Tier sehr schnell wieder auf die Beine.
Lassen Sie sich von Ihrem Homöopathen beraten, welche homöopathischen Mittel Sie für die Sommermonate in Ihrer homöopathischen Hausapotheke brauchen und wann und wie Sie diese Mittel Anwenden können.
Sollte sich nicht sehr schnell eine Besserung einstellen, ist es nötig umgehend einen Tierarzt zur Rate zu ziehen.