Hund hysterisch

Die Bedeutung der Psyche auch bei Tieren / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
In meiner Praxis wurde mir ein knapp 2 Jahre alter Malteserrüde vorgestellt, der mir aus vorhergehender Behandlung einer Augenentzündung und aus meiner Hundeschule bekannt war.
Diesmal kamen die Besitzer nicht wegen körperlicher Beschwerden. Der junge Rüde hatte schon immer seinen eigenen Kopf gehabt und war nicht sehr folgsam. Und die Familie ließ sich auch sehr gerne von dem kleinen Mann um den Finger wickeln und ließ ihn seinen Kopf durchsetzen. Der kleine Kerl war schon im Alter von 6 Monaten kastriert worden und bekam bei dieser Gelegenheit gleich Follikel im Auge abgeschabt. Danach hatte er nur einmal eine Augenentzündung gehabt.
Diese war erst schuldenmedizinisch behandelt worden und dann homöopathisch.
Mittlerweile hatte sich der Hund zu einem wirklichen Tyrannen entwickelt. In der Vergangenheit hatte die Familie schon von mir schon viele Erziehungstipps bekommen, diese aber nicht sehr konsequent umgesetzt. Inzwischen hatte sich die Situation so zugespitzt, dass die Familie überlegt den Hund abzugeben.
Der Stand der Dinge war, dass der kleine Hund, wenn er seinen Willen nicht bekam nach seinen Besitzern biss, ständig bellte und überhaupt nicht alleine bleiben wollte.
Besonders schlimm war es im Auto oder wenn die ganze Familie mit dem Hund unterwegs war. Der Hund bellte ununterbrochen; wenn die Familie aus dem Auto aussteigen wollte attackierte sie ihr Hund und biss so fest der kleine Kerl konnte zu.
Beim Bellen und Beißen steigerte sich der junge Hund in eine regelrechte Hysterie.
Auch im Haus bestimmt der kleine Kerl den Tagesablauf und konnte es nicht ertragen, wenn allen voran sein Frauchen mal eigene Wege gehen wollte. Das Verhalten des armen Hundes hatte schon so etwas von einem hysterischen Kontrollzwang.
Nachdem ich mir bei einem Hausbesuch das Verhalten des Tieres angesehen hatte und mir auch die Problematik im Auto zeigen ließ, arbeitete ich mit der Familie ein Therapiekonzept aus.
Der kleine Mann hatte einen mangelnden Grundgehorsam und meinte, er müsste für seine Familie alles regeln und die Führungsrolle übernehmen. Damit war das Tier natürlich völlig überfordert und in seiner Hilflosigkeit terrorisierte es die ganze Familie.
Der Grundgehorsam des Tieres musste unbedingt verbessert werden, die Ansprechbarkeit in Situationen, in denen das Tier regelrecht hysterisch ausflippt, musste verbessert werden und die Familie musste endlich die Last der Führung übernehmen. Dies hätte eigentlich schon viel früher passieren müssen.
Alles entwickelte sich recht gut und die Familie begann sich mit Konsequenz und viel Lob durchzusetzen. Trotzdem gab es immer wieder Situationen wo der Hund völlig hysterisch war.
Natürlich braucht eine Verhaltensänderung Zeit, vor allem wenn der junge Hund seit Monaten die Erfahrung gemacht hatte, dass er bestimmt was passiert.
Diese heftigen hysterischen Ausbrüche waren jedoch nicht mehr in der Norm. Ich entschloss mich, die Therapie homöopathisch zu unterstützen und gab ein entsprechendes Mittel.
Seither haben die Ausbrüche stetig abgenommen und der Hund wird in Extremsituationen immer besser ansprechbar. Der Fall läuft noch und gelegentlich wird auch das Mittel noch wiederholt. Mittlerweile bleibt der kleine Kerl auch schon mal alleine und das Familienleben läuft wieder recht entspannt. Das Bellen und Beißen ist merklich besser geworden. Das Auto ist noch immer ein heikles Thema, aber die Familie arbeitet fleißig weiter.