Die Maul- und Klauenseuche

Hintergründe für Tierbesitzer / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop
Ob Schweinepest, Vogelgrippe oder der aktuelle Maul- und Klauenseuchenausbruch in England: Epidemien von Tierseuchen haben auch heut zu Tage nicht an Schrecken verloren. Bei den meisten Tierseuchen besteht für Tierheilpraktiker Behandlungsverbot und eine Anzeigepflicht beim Amtstierarzt.
Der jüngste Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf zwei Farmen in Großbritannien wurde wahrscheinlich durch ein in der Nähe gelegenes Forschungszentrum, in dem an Impfstoffen gearbeitet wird, verursacht.
Bei der Maul- und Klauenseuche handelt es sich um eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die jedoch für den Menschen keine Gefahr darstellt. Neben Rindern, können auch Schweine, Schafe und Ziegen erkranken. Infektionen sind auch bei Ratten, Igeln und Elefanten bekannt. Pferde können sich nicht anstecken.
Das Virus ist sehr widerstandfähig und kann monatelang im Boden, im Stroh und in Abfällen überleben. Es wird durch direkten Kontakt, durch Speichel, aber auch über Wasser, Futter, Gegenstände, Kleidung und durch Sperma von infizierten Bullen übertragen. Tierprodukte wie Milch oder Fleisch können das Virus ebenfalls beherbergen. Das Virus kann auch durch die Luft verbreitet werden!
Besteht der Verdacht einer Maul- und Klauenseuche sind umfassende Quarantänemaßnahmen Pflicht. Der betroffene landwirtschaftliche Betrieb wird gesperrt. Es werden Importverbote verhängt, durch die dem betroffenen Land sehr hohe Handelsverluste entstehen. Es werden alle Tiertransporte untersagt und rund um den betroffenen Betrieb eine Sperrzone von mindestens 3 km Umkreis eingerichtet. Die befallenen Ställe dürfen nur noch mit Schutzkleidung betreten werden. Erzeugnisse der gesperrten Betriebe wie Milch oder Ähnliches dürfen nicht mehr an die Wirtschaft abgegeben werden. Alle Stalleingänge und Zufahrten müssen desinfiziert werden.
Da schulmedizinisch keine Behandlung möglich ist, werden alle erkrankten und auch alle gesunden Tiere eines Bestandes getötet. Bis zum Jahr 1992 gab es eine EU-weite Pflichtimpfung gegen die Maul- und Klauenseuche. Da jedoch mit geimpften Tieren in der EU nicht gehandelt werden darf, wurde die Pflichtimpfung im Jahr 1992 eingestellt. Geimpfte Tiere entwickeln in ihrem Blut Antikörper gegen den Impfstoff. Diese Antikörper lassen sich nicht von jenen unterscheiden, die im Blut von kranken Tieren zirkulieren. Eine Unterscheidung zwischen einem geimpften und einem kranken Tier ist deshalb nicht möglich. Außerdem besteht die Gefahr einer Erregerausbreitung durch geimpfte Tiere.
Die Sterblichkeitsrate bei erwachsenen Tieren beträgt etwa 3-5%. Bei Jungtieren ist die Sterblichkeitsrate weit höher und liegt zwischen 70-80-%. Ältere Rinder werden gegen die Krankheit meist immun.
Charakteristisch für die Maul- und Klauenseuche sind Bläschen an den Klauen, Fieber, die Tiere fressen nicht mehr, Versiegen der Milch und Lahmheit.
Samuel Hahnemann der Begründer der Homöopathie entwickelte ein Heilsystem für Epidemien. Dieses Heilsystem ist auch bei Tierseuchen wirksam.
Bei epidemischen Krankheiten haben viele Patienten ähnliche Beschwerden und brauchen deshalb auch fast immer dasselbe Mittel trotz teilweise unterschiedlicher Symptomatik.
Findet man an Hand des Genius epidemicus (der Grundzug der Epidemie, die Gesamtheit aller Symptome die bei verschiedenen Erkrankten zusammengenommen auf ein Mittel hinweisen) das passende homöopathische Heilmittel, kann die Arznei auch prophylaktisch gegeben werden. Das Mittel verhinderte so eine Ansteckung oder milderte den Verlauf.
Das Tierseuchengesetzt verbietet allerdings alle Behandlungsversuche der Maul- und Klauenseuche und aller anderen meldepflichtigen Epidemien.