Tierisch schwere Geburt!

Schwangerschaft und Geburt bei Haustieren / von Tier-HP Christine Stroop
Die Natur hat alle Vorgänge gut geregelt und hält für die verschiedenen Tierarten vorteilhafte Strategien bereit, um die Fortpflanzung erfolgreich zu gestalten. Meist verlaufen die Schwangerschaft und die Geburt bei Tieren recht unspektakulär und ohne größere Komplikationen.
Der Mensch hat aber manchmal andere Pläne, und so haben die Haus- und Nutztiere in unserer Obhut so gut wie keine Gelegenheit mehr, sich selbst einen passenden Partner zur Fortpflanzung zu suchen. Es wird vom Mensch bestimmt, wer sich mit wem paaren darf oder muss. Es wird gezüchtet, um dabei Körpergröße, Felllänge und -farbe zu verändern, um diese unserem Geschmack und unseren Bedürfnissen anzupassen. Hatten Haustiere früher Aufgaben zu erledigen, sollen sie heute unkomplizierte Begleiter sein. Katzen müssen meist keine Mäuse mehr fangen, Hunde nicht mehr Haus und Hof bewachen oder Schafe hüten. Bei den Nutztieren wird auf erhöhte Leistung gezüchtet, sprich, die Kuh muss möglichst viel Milch geben, das Huhn schöne große Eier legen und die Schweine schnell groß und fleischig werden.
Dass hier schon der Grundstein für Komplikationen gelegt wird, ist klar. Die genetische Vielfalt bleibt häufig auf der Strecke, Inzucht ist keine Seltenheit.
In meiner Praxis habe ich sehr selten Schwangerschaften und Geburten zu betreuen. Dies liegt zum Teil wohl auch daran, dass es für Züchter vom jeweiligen Zuchtverband Vorschriften gibt, wie mit Schwangerschaft und Geburt umgegangen werden soll. So gibt es feste Pläne und Anweisungen, wann und wie oft geimpft und entwurmt werden muss, sonst bekommt der Züchter keine Papiere für seine Tiere und kann dann natürlich auch weniger Geld für die verkauften Tiere verlangen.
Auch liegt es natürlich im Interesse der Züchter, immer auf dem Laufenden zu sein, wann ein Tier aufnahmebereit ist und wie die Schwangerschaft voranschreitet. So lässt sich heute z.B. bei Hunden der genaue Tag des Eisprunges durch einen Scheidenabstrich bestimmen. Und ab dem 28. Tag nach dem Deckakt kann über eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, ob die Hündin trächtig ist. Auch die Anzahl der Föten kann hierbei bestimmt werden.
Kurz vor dem Geburtstermin wird meist noch geröntgt. Laut Schulmedizin sind die Röntgenstrahlen für die Welpen völlig ungefährlich. Manche Quellen allerdings raten, erst ab dem 50. Tag der Trächtigkeit zu röntgen, um mögliche Schäden der Föten zu verhindern. Natürlich kann es nötig sein, eine Röntgenaufnahme anzufertigen. Röntgenstrahlen sind aber niemals harmlos. In der Homöopathie ist gut bekannt, dass Röntgenstrahlen ein großes Arzneimittelbild haben und durchaus eine Menge Symptome und Erkrankungen hervorrufen können (siehe Thema „Arzneimittelprüfung“ Newsletter 14, Sept. 2007).
Ungeborene Tierkinder sind gesundheitlich keine unbeschriebenen Blätter, sondern vorbelastet durch die miasmatische Belastung ihrer Eltern. Der Homöopath weiß, dass die Erkrankungen der Vorfahren in den Nachkommen weitergehen, auch wenn Sie sich in der Nachkommenschaft durch andere Symptome zeigen.
Die Miasmen, die bei den Elterntieren aktiv sind, können sich durch die erbliche Übertragung verbinden und dann ganz eigene Symptome bei der Nachkommenschaft hervorrufen.
Davon abgesehen kann es auch bei unseren Tieren während der Trächtigkeit zu den üblichen Schwierigkeiten kommen. Durch die Hormonumstellung z.B. kann es zu Übelkeiten und Wasseransammlungen kommen. Absterben der Föten und Aborte sind auch bei Tieren bekannt. Während der Schwangerschaft kann es zu Ausfluss und Entzündungen der Gebärmutter kommen.
Jede Tierart hat eine unterschiedliche Tragzeit, nach der auch wieder - abhängig von der Art - ein oder mehrere Tierkinder geboren werden. Spannend ist es z.B., dass eine Hündin in einem Wurf Welpen von verschiedenen Rüden zur Welt bringen kann, wenn Sie während der Hitze von verschiedenen Rüden gedeckt wurde.

Wie auch bei uns Menschen ist eine zu frühe Geburt problematisch, weil es sein kann, dass der Welpe nicht so weit ausgereift ist um lebensfähig zu sein. Bei einer zu späten Geburt kann es ebenfalls zu Schwierigkeiten kommen, weil der Welpe schon zu groß für den Geburtskanal ist.
Bei Hunden kommt es besonders bei kleinen Rassen häufig zu Kaiserschnitten. Kleinhunde haben häufig weniger Welpen, jedoch haben die Welpen, im Verhältnis zum Gewicht der Mutter, ein höheres Geburtsgewicht. Weitere Komplikationen bei der Geburt können zu schwache Wehen sein. Die Homöopathie macht in der Regel wehenfördernde Medikamente überflüssig. Zumal diese oft zu heftig wirken und die Tiere sich stark verkrampfen und so der Geburtsvorgang gestört werden kann.
Normalerweise sind alle Tiere in der Lage die Nabelschnur selbst zu durchtrennen und die Jungen aus der Fruchtblase zu befreien. Hilfe ist nur bei sehr geschwächten Tieren nötig. Manche Haustiere möchten bei der Geburt lieber alleine sein, andere begrüßen die Anwesenheit eines vertrauten Menschen.
Die Nachgeburt hat eine wichtige Funktion. Sie wird bei den Fleischfressern vom Muttertier gefressen und füllt so die Energiereserven schnell wieder auf. Kommt die Nachgeburt nicht von selbst, so kann das richtige homöopathische Mittel diese austreiben.
Das Immunsystem der Neugeborenen ist noch nicht voll ausgebildet, deshalb sollten die Jungen so schnell wie möglich die Kolostralmilch der Mutter trinken. Nur ganz kurz ist der Darm des Neugeborenen durchlässig für die in dieser Milch vorkommenden Antikörper die es braucht.
Wir können also bei der Fortpflanzung wunderbar helfend eingreifen. Das Repertorium bietet viele Rubriken zum Thema Schwangerschaft und Geburt und darüber hinaus Möglichkeiten, die Miasmen der Neugeborenen in Schach zu halten.