Kein Espresso für Bello

Wie die Wirkung von homöopathischen Medikamenten beeinflusst werden kann / von Tierheilpraktikerin Christine Stroop

Wer selbst schon einmal in klassisch-homöopathischer Behandlung war, weiß, dass während einer solchen Behandlung der Kontakt zu bestimmt Substanzen vermieden werden sollten. Das homöopathische Heilmittel kann durch den Kontakt mit diesen Substanzen in seiner Wirkung beeinträchtigt werden. Manchmal wird die Wirkung auch ganz gestoppt und somit kommt die Behandlung zum Stillstand. Nicht jedes Mittel wird automatisch durch jede Substanz gestört oder in der Wirkung gestoppt. Die Wirkung von Belladonna etwa kann unter anderem von Kaffee, grünem Tee, pflanzlichen Säuren und Wein beeinflusst werden.
Diese störenden Substanzen nennt der Homöopath Antidote (Gegengifte). Sie können auch gezielt eingesetzt werden, um ein Mittel zu stoppen, wenn es vielleicht zu einer zu starken Erstverschlimmerung gekommen ist oder wenn der Patient unerwünscht eine heftige Arzneimittelprüfung durchmacht. Dies ist bei einer besonnen Auswahl und vorsichtigen Dosierung der homöopathischen Mittel nur in den seltensten Fällen nötig
Hilfreich für eine homöopathische Behandlung ist es, den Kontakt mit ätherischen Ölen und stark riechenden Substanzen zu vermeiden. Auch ist es ratsam den Kaffee-, Tee- und Alkoholkonsum einzuschränken oder bis zum Ende der Behandlung ganz darauf zu verzichten.
Nun verlangt die Katze morgens nicht nach Ihrem Espresso, der Hund kommt auch ohne Pfefferminztee gut zurecht und das Meerschweinchen trinkt keinen Wein. Durch das enge Zusammenleben mit dem Menschen besteht jedoch schon die Möglichkeit, dass unsere Tiere mit antidotierenden Substanzen in Kontakt zu kommen.
Stark duftende Parfums und Sprays, die der Mensch täglich benutzt, können ätherische Öle enthalten. So können die Tiere in Kontakt mit Duftölen und Shampoos kommen. Besonders Teebaumöl ist als Hausmittel für vielerlei Beschwerden recht beliebt. Kräuter und Gewürze im Futter können eventuell auch dafür verantwortlich sein, dass die Behandlung nicht so verläuft wie erwartet, weil das gewählte Mittel deshalb eventuell seine volle Heilkraft nicht entfalten kann. Eine gleichzeitige Gabe von Antibiotika und Kortison oder eine Impfung während der Behandlung können das gut gewählte homöopathische Mittel ebenfalls außer Kraft setzen. Starke, heftige Gemütserregungen wie große Panik oder Wut und Zorn sind auch in der Lage eine homöopathische Behandlung zu stören.
Wirkt ein Mittel also nicht so wie erwartet sollte man diese Möglichkeiten der ungewollten Antidotierung in Betracht ziehen.
Wichtig ist auch die Aufbewahrung und Lagerung der homöopathischen Mittel, um die Wirksamkeit zu erhalten. Die homöopathischen Mittel sollten kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden und nicht in der Nähe von stark riechenden Substanzen oder ätherischen Ölen.
Durch Magnetfelder und Strahlung kann die Wirksamkeit beeinträchtigt werden, daran sollte bei Urlaubsreisen gedacht werden. Möchten Sie Ihre homöopathische Notfallapotheke mit in den Urlaub nehmen, verwenden Sie Strahlenschutzbeutel wie es sie auch für Filme gibt.
Richtig gelagert bleibt die Wirksamkeit erhalten. Homöopathischen Arzneimittel halten unbegrenzt. Vom Gesetzgeber her muss ein Haltbarkeitsdatum auf den Arzneien vermerkt werden, dass in der Regel 5 Jahre beträgt. Es gibt heute noch homöopathische Hausapotheken aus der Zeit von Samuel Hahnemann, deren Mittel weiterhin wirksam sind.