Das ist ja ein dicker Hund!

Wenn Tiere Wesen von Gewicht sind / von Tier-HP Christine Stroop
Fettleibigkeit bei Haustieren aller Art ist in der heutigen Zeit ein recht verbreitetes Phänomen. Auf den ersten Blick mag uns dies verwundern, sind doch Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Wellensittiche und Co in der Regel nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen und darauf angewiesen, was der Mensch Ihnen gibt.
Es wäre aber zu einfach, generell die Halter für jedes übergewichtige Tier verantwortlich zu machen. Sicher liegt die Ursache des tierischen Übergewichts auch darin, dass Frauchen und Herrchen Ihren Lieblingen gerne eine Leckerei zu viel zustecken. Manchmal wird dadurch versucht, das schlechte Gewissen zu beruhigen, wenn man mal wieder zu wenig Zeit hatte um sich mit seinem Liebling zu beschäftigen. Natürlich wird jedes Lebewesen, das mehr Energie zu sich nimmt als es verbraucht, an Gewicht zunehmen.
Zuviel Futter, nicht artgerechtes Futter und mangelnde Bewegung sind mögliche Faktoren für Übergewicht.
Aber die Natur ist bunt und die genetische Vielfalt groß. Mutter Natur hat sich wohl etwas dabei gedacht, dass es unterschiedlich schlanke und weniger schlanke Lebewesen gibt.
Auch bei freilebenden Tieren gibt es da Unterschiede. Und je nach Jahreszeit ist es sogar überlebensnotwendig, sich im wahrsten Sinne des Wortes Winterspeck anzufressen.
Die meisten Wildtiere sind darauf angewiesen, in Zeiten des Überflusses „aufzutanken“, um in Zeiten der Not zehren zu können.
Bei unseren Haustieren ist dieses Verhalten teilweise noch erhalten. Aber davon mal abgesehen ist dies nicht der alleinige Grund, warum das eine Tier dick wird und ein anderes Tier unter fast identischen Lebensumständen nicht. Warum hört ein Tier einfach auf zu fressen, wenn es satt ist und ein anderes nicht?
Das Gefühl des Sattseins entsteht im Gehirn. An diesem komplexen Prozess sind verschieden Vorgänge beteiligt. Unter anderem Enzyme, Hormone und Neurotransmitter.
Bei den verschiedensten Erkrankungen können diese komplexen Prozesse der Sättigung gestört werden. Adipositas ist in der homöopathischen Praxis durchaus ein Thema, da Adipositas eine Erkrankung und ein Symptom jedes Miasmas sein kann. Adipositas kann sich unter einer homöopathischen Behandlung verlieren. Adipositas kann durch Medikamentengaben und andere Behandlungen ausgelöst werden.
Besonders durch eine Kastration besteht die Gefahr, dass Tiere fettleibig werden. Eine Kastration kann den Stoffwechsel durcheinander bringen und die Stoffwechselleistung vermindern. Der Appetit ist häufig erhöht und das Sättigungsgefühl vermindert, weil der Hormonhaushalt gestört wird.
Zudem kann eine Kastration, wie jede Operation, ein schlummerndes Miasma aktivieren.
Für den Menschen liegt im Augenblick die Life-Style-Wellness-Homöopathie voll im Trend. Kaum eine Zeitschrift, die nicht über homöopathische Einzel- oder Komplexmittel berichtet, um schneller schlank zu werden, schöneres Haar zu bekommen oder besser entspannen zu können. Von Abnehmglobuli über Gelenkglobuli bis Wohlfühlglobuli, alles für 6,95 einfach dreimal täglich, laut Hersteller natürlich völlig nebenwirkungsfrei. Sind ja Naturprodukte.
Wie sollte es auch anders sein, hält die Life-Style-Wellness-Homöopathie gerade Einzug in die Tiergeschäfte. Dem Hund wäre mit Sicherheit ein langer Spaziergang lieber. An die Tatsache, dass ein Mittel alles, was es heilen auch hervorrufen kann, denkt leider nur der Homöopath.
Ist Fettleibigkeit nicht durch gesunde, artgerechte Ernährung und ausreichend Bewegung zu beeinflussen, dann bleibt nur die homöopathische Fallaufnahme, um wirklich nebenwirkungsfrei heilen zu können. Schnell und bequem schlank sein ist leider unmöglich. Wie immer im Leben gibt es ohne Fleiß keinen Preis. In diesem Sinne: guten Appetit!