Pieks mit Folgen: Vakzinose

Impfen kann krank machen / von HP Tanja Radigk
„Das Wort Vakzinose wird in der deutschen homöopathischen Literatur benutzt, obwohl es kaum allgemein anerkannt sein dürfte“. Das schreibt James Compton Burnett in seinem Buch „Vakzinose und ihre Heilung mit Thuja“. Burnett schrieb 1884 die erste Ausgabe dieses Buches.
Darin macht er auf die Impfkrankheit – die Vakzinose - aufmerksam. Burnett war homöopathischer Arzt in England und lebte von 1840 bis 1901. Er schrieb viele Bücher zu verschiedenen Themen in der Homöopathie.
Bis heute ist die Impfkrankheit ein aktuelles Thema, auch bei den Homöopathen.
Wir sehen in der Praxis oft Patienten, die mit hartnäckigen Symptomen und langdauernden Krankheiten zu uns kommen.
Hier lohnt sich während der Anamnese die Frage nach Impfungen.
Nicht alle Patienten haben Probleme nach einer Impfung und doch gibt es auch Patienten, die dadurch krank werden. Man kann nicht generell sagen, dass eine Impfung schlecht sei oder gut.
Bei manchen Menschen verursachen Impfungen Probleme, die sich dem Homöopathen dann als Symptome in der Praxis präsentieren. So beschreibt James Compton Burnett in seinem Buch viele Fallbeispiele zur Impfkrankheit.
Er schreibt über Hautausschläge, Fieber , Kopfschmerzen, Lymphknotenverhärtungen, Husten, Akne, chronische Erkältungen, allgemeines Unwohlsein, Neuralgien, Milzvergrößerungen, Lähmungen, Entwicklungsstörungen bei Kindern, Erbrechen und Durchfällen und so weiter.
Dies ist übrigens nur ein kleiner Teil der Auflistung an Symptomen, für die Burnett die Impfkrankheit verantwortlich macht.
Er behandelte damals ausschließlich homöopathisch und hatte großen Erfolg bei den Patienten, welche unter den verschiedensten Symptomen nach einer Impfung litten.
Häufig verwendete er das homöopathische Mittel Thuja (Lebensbaum) zur Behandlung.
Mittlerweile kennen wir Homöopathen über 70 verschiede Mittel, welche bei einer Impfkrankheit in Frage kommen.
Man muss (wie immer) eine gründliche Anamnese machen und genau fragen, seit wann welche Symptome bestehen. Durchaus gibt es zeitliche Übereinstimmungen mit dem Ausbruch von Krankheiten und einer vorangegangenen Impfung.
Hier muss genau geprüft werden, ob es sich um eine Impfkrankheit handeln könnte oder nicht.
Eine Impfung macht nicht immer krank – der Mensch erkrankt aus individuellen Veranlassungen. Es haben ja auch nicht alle Patienten Probleme mit Komplikationen bei einer Kinderkrankheit. Es ist sehr unterschiedlich, wie ein Körper auf einen solchen Einfluss reagiert und ob er krank wird oder nicht.
Als homöopathischer Therapeut stelle ich nach der Anamnese eine Fallhypothese auf – überlege also, um was geht es in diesem Fall. Was ist Schuld an der Krankheit meines Patienten oder was kann diese Symptome auslösen und mit welchem Mittel kann ich es lindern.
Erst durch den Behandlungsverlauf wird mir klar, ob meine Fallhypothese richtig oder falsch war.
Habe ich den Verdacht einer Impfkrankheit, gebe dann ein Mittel, welches sich dafür schon bewährt hat (immer individuell nach den gesamten Symptomen des Patienten) und sehe einen Erfolg – also Linderung oder gar Heilung der Beschwerden, dann kann man die Fallhypothese als bestätigt ansehen und lag wohl richtig mit der eigenen Theorie.
Gerade beim Thema Impfungen oder Impfkrankheiten gibt es viele Meinungen und völlig unterschiedliche Gedanken und das schon seit vielen Jahren. Durch das Lesen des Buches von Burnett wird klar, wie alt dieses Thema ist und wie lange sich Homöopathen damit schon ernsthaft auseinandersetzen. Ich wünsche mir und Ihnen als Patienten auch weiterhin einen ehrlichen und gewissenhaften Umgang der Therapeuten mit diesem Thema.